Immer noch im Hafen

Wir liegen noch immer im Hafen

Schon bei den allerersten Runden im Hafen ist mir aufgefallen, dass die Maschine nicht sauber läuft. Sie rappelt und vibriert extrem, vor allem bei mittleren Drehzahlen. Erst wenn man den Hebel auf den Tisch legt, läuft sie ruhig - aber mit Vollgas im Hafen zu manövrieren ist nicht so mein Ding.

Das hat uns einigermaßen überrascht, weil wir davon ausgingen, dass wir bei einer Maschine, die zwar vor acht Jahren eingebaut wurde, aber erst 50 Betriebsstunden hat, nicht so schnell mit Problemen rechnen müssen. Eigentlich waren wir sogar blauäugig genug, davon auszugehen, dass das mehr oder weniger die einzige Stelle wäre, wo alles in Ordnung ist. Weit gefehlt.

Einen ersten kapitalen Schaden konnten wir schon bei der Motorwartung im April abwenden: Die Maschine wurde damals nicht fachgerecht eingebaut, es wurde der alte Wassersammler verwendet, der für die neue Maschine falsch positioniert war. Laut Motorservice hätte das über kurz oder lang zu einem Wasserschlag führen müssen. Wir haben also einen neuen Wassersammler einbauen lassen und dachten, damit wäre alles ok.

Nach unserem ersten kleinen Ausflug nach Birkholm sahen wir dann, dass sich die Bolzen, mit denen die Maschine im Fundament verschraubt ist, durch die Vibration gelockert hatten. Alle. Ich habe zwar keine Ahnung von Motoren, aber dass das nicht gut ist, war mir dann schon klar.

Wir haben sie nachgezogen und den Motorservice unseres Vertrauens wieder kontaktiert. Der kam dann auch kurz mal vorbei und eröffnete uns, dass die neue Maschine mit etwas über hundert Kilo auf den Vibrationsdämpfern des fast dreimal so schweren alten Motors montiert wurde, und dass das so nicht funktionieren kann. Die Dämpfer sind für die neue Maschine zu hart, was die Vibrationen erklärt.

Die Erklärung habe ich zwar verstanden. Was sich mir aber nicht erschließt: Warum hat das bei der Inspektion im Frühjahr niemand bemerkt? Aber gut, ich muss mir auch an die eigene Nase fassen, ich hätte mich schon beim Kauf intensiver mit der Maschine beschäftigen müssen.

Der Motorservice wollte dann in der nächsten Woche vorbeikommen. Als ich in der übernächsten Woche anrief, war man ganz verdutzt: Wie, ihr wollt das noch im Sommer machen? Ja, wollten wir. Nach zwölf Monaten Refit stand Segeln durchaus auf meiner Liste der noch zu erledigenden Dinge. Also, neuer Termin. Übernächste Woche, und die Woche darauf machen wir das fertig: Maschine demontieren, anheben, neue Dämpfer, alles wieder zusammenbauen. Und dann hoffentlich Ruhe.

Noch niemals hat jemand sehnsüchtiger den Booten auf dem Wasser hinterhergeschaut als ich

Wer nicht kam, war der Motorservice. Zu viel zu tun. Der nächste Termin: Tja, ganz schwierig. In einem Monat, am 28.07. Das wäre dann drei Wochen nach meinem Urlaub, aber was soll man machen. Dass die beiden Mechaniker am 29. in den Urlaub gehen, macht mir wenig Hoffnung, dass ich vor September noch einmal mit der Auguste aus dem Hafen komme. Wirklich vorwerfen kann ich das alles niemandem, die Unternehmen haben gerade Hochsaison und sind einfach Land unter - und natürlich wollen die Mitarbeiter selbst auch einmal frei haben. Ich verstehe das. Aber ärgerlich ist es trotzdem für mich.

Wir basteln derweil weiter am Boot, versorgen die Proppen im Teak Deck und bauen einen Cockpit-Tisch. Auslaufen können wir ja nicht. Es sei denn, wir üben An- und Ablegen unter Segeln. Mit einem mir noch unbekannten 7t Langkieler. Fast bin ich so weit. Muss man ja auch können.

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