Crew

Die ganze Crew zusammen beim Anlegebierchen

Bordfrau Judith: Die gute Seele des Bootes. Die Beste Bordfrau von Allen. Patente Handwerkerin und obendrein auch noch der beste Smut, den man sich wünschen kann. Nie werde ich vergessen, wie sie eines Tages ein perfektes Saltimbocca alla Romana mit einem phantastischen Risotto an Bord gezaubert hat. Bis ich Judith kennenlernte, war die Bordküche eher rustikal: Ravioli aus der Dose, Nudeln mit Pesto, Reis mit Scheiß. Hauptsache schnell und macht satt.

Judiths Vater, ein nautischer Offizier, hielt es für eine gute Idee, seine damals 15-jährige Tochter auf eine Segel-Jugendreise zu schicken. Die Alternative wäre ein Reiterhof gewesen - für Judith war das keine Option. Papa landete damit einen absoluten Volltreffer: Seitdem wollte sie immer wieder zurück aufs Wasser. Während des Studiums Sportboot Binnen, segeln auf der Alster, Segelexkursionen, und mit einem Kommilitonen Touren auf der Ostsee mit einer 11mOD. Sportlich. Später dann 10 Jahre lang in einer Segelgemeinschaft auf einem 55’ Schärenkreuzer, was auch nicht immer nur gemütliches Kaffeesegeln war.

Dass Judith anschließend die Lille Svea lieben gelernt hat, muss am Skipper gelegen haben. Oder daran, dass die Lille einfach sau gemütlich war. Weiter weg von einem 11mOD kann ein Boot jedenfalls kaum sein.

Die Beste Bordfrau von Allen macht derzeit ihren SKS: Anfang Juni ist es soweit - und kurz darauf ist auch schon die praktische Prüfung. Seit ihrer Anmeldung hat sie meuterische Anwandlungen, aber das ist eine andere Geschichte.

Dass der Bordhund noch vor dem Skipper kommt, hat schon seinen Grund.

Bordhund Jule: Wenn Jule eins liebt, dann ist das Wasser. Und Fressen natürlich. Und die Bordfrau, die vor allem. Kuscheln zwischen Skipper und Bordfrau ist natürlich großartig, und weil das so ist, liebt sie sogar das Segeln. Zumindest, solange es nicht zu viel Welle gibt. Den ganzen Tag in unmittelbarer Nähe des “Rudels” ist genau ihr Ding. Und nach dem Segeln dann schnell an den Strand um noch eine Runde zu schwimmen, vielleicht auch noch ein paar Miesmuscheln knacken - die knabbert sie wie Chips.

Was mich umgehauen hat ist ihre Vorliebe für Hafenkino. Ein neues Boot, das anlegt? Jule ist sofort da und guckt sich das an. Ein neues Gesicht? Jule ist sofort da und guckt sich das an. Schwanzwedelnd.

Der Skipper. Mal schauen, wie lange noch. Die Bordfrau sägt schon fleißig an meinem Ast.

Skipper Guido: In der Hafenspitze von Flensburg liegt unser Boot direkt am “Kanalschuppen”. Nach einem Törn - sei es ein Tagestörn oder eine längere Reise - ist das meistens unser letzter Stop, bevor wir wieder nach Hause müssen. Zu Hause, das ist in Hamburg. Obwohl… sehr viel wohler fühlen wir uns eigentlich beide auf dem Boot. Irgendwann wollen wir auch nach Flensburg ziehen.

Zum Segeln bin ich durch meinen Vater gekommen. Der segelte ewig lange bei Freunden mit, hatte aber nie ein eigenes Boot, weil meine Mutter so gar keinen Bezug zum Wasser hatte. “Kampf mit der Natur” - so empfand sie das. Sein großer Traum war eine Hallberg-Rassy. Als ich vielleicht 11 oder 12 Jahre alt war, meldete er mich bei einem Segelverein an der Ochtum an, wo ich die nächsten Jahre mit Optis segelte. Wer mal “Ochtum” googelt versteht, warum das keine Herausforderung war - aber ich habe meine Montags-Regatten und gemeinsamen winterlichen Bastelarbeiten an Knotentafeln & Co geliebt.

Einmal im Jahr durfte ich zum Ansegeln an Ostern eine Woche mit. Der Eigner war ein Ekel, etwas cholerisch auch - aber das nahm ich in Kauf, wenn ich dafür eine Woche lang den ganzen Tag lang Ruder gehen durfte. Die “Windflower” war eine Nauticat 36 (glaube ich). Eine Ketsch. Seither beginnen Yachten für mich mit dem zweiten Mast, alles andere sind Boote. Ich weiß, dass das Quatsch ist.

Nach der Schule segelte ich viele Jahre lang nicht mehr - bis 2005. Damals hatte ich für kurze Zeit eine Freundin, mit der es nicht recht harmonierte, die dafür aber segelte. Fünf mal im Jahr, wann immer es ging, segelten wir mit Polyvalken oder kleinen Booten in Holland, oder mit Freunden und großen Booten in Kroatien. Seitdem bin ich kein Jahr mehr ohne Segeln ausgekommen. 2014 kaufte ich mir endlich mein erstes eigenes Boot: die Lille Svea. Meine große Liebe (sorry, Judith). Bis die Auguste 2025 zu uns kam… rein zufällig eine Ketsch.


Unsere Boote

Auguste von Orust — Eine Vindö 50 SL Ketsch von 1979. Unser aktuelles Boot, seit Juni 2025.

Lille Svea — Eine Fellowship 28 von 1975. Elf Jahre lang unser perfektes kleines Boot — bis die Auguste kam.