<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de"><generator uri="https://jekyllrb.com/" version="3.10.0">Jekyll</generator><link href="https://auguste-von-orust.de/feed.xml" rel="self" type="application/atom+xml" /><link href="https://auguste-von-orust.de/" rel="alternate" type="text/html" hreflang="de" /><updated>2026-05-31T22:09:01+00:00</updated><id>https://auguste-von-orust.de/feed.xml</id><title type="html">Auguste von Orust</title><subtitle>Auguste von Orust – ein Vindö 50SL Ketch von 1979. Refit, Törns und alles rund ums Boot.</subtitle><author><name>Guido Steinacker</name><email>guido.steinacker@gmail.com</email></author><entry><title type="html">Im Hafen</title><link href="https://auguste-von-orust.de/2026/05/31/im-hafen/" rel="alternate" type="text/html" title="Im Hafen" /><published>2026-05-31T21:00:00+00:00</published><updated>2026-05-31T21:00:00+00:00</updated><id>https://auguste-von-orust.de/2026/05/31/im-hafen</id><content type="html" xml:base="https://auguste-von-orust.de/2026/05/31/im-hafen/"><![CDATA[<p>Vor ein paar Wochen haben wir die ‘Auguste von Orust’ zu Wasser gelassen. Das erste Manöver: Wenden im Hafenbecken und dann anlegen in einer Box. Und weil man schon einmal dabei ist, haben wir das “Wenden in der Boxengasse” gleich mehrfach geübt, denn: Langkieler sind berüchtigt dafür, dass sie im Hafen nicht so gut manövrieren können. Und wir hatten bisher keine Vorstellung davon, wie gut oder schlecht eine Vindö 50 sich dabei schlägt.</p>

<p>Kurz gesagt: Es ist wirklich anders. Ganz anders, als alle Boote, die ich bisher gewohnt war. Aber kein Drama.</p>

<p>Unsere Vindö ist mit einem Bugstrahlruder ausgestattet. Ihr wisst schon: eines dieser total nervigen Dinger, die uns alten Hasen den Spaß am Hafenkino im Laufe der Jahre genommen haben, weil jede 30-Fuß-Yacht mittlerweile damit ausgestattet ist. Dieses Teil, mit dem Chartercrews schon in der Hafeneinfahrt anfangen, herumzuröhren, lange bevor sie überhaupt in die Nähe einer Box kommen. Selbstverständlich will ich unsere Auguste ohne dieses Ding anlegen können.</p>

<p>Ganz abgesehen davon, dass ich noch nicht mit so einem Ding angelegt habe, nota bene.</p>

<p>Wir probieren also die üblichen Manöver: Vorwärts, Ruder hart Steuerbord, Maschine achteraus einkuppeln, dabei das Ruder hart Steuerbord halten. Vorwärts Schub geben, etc.</p>

<p>Beim Vorwärts Schub geben passiert zunächst weniger, als ich mir das wünschen würde. Das ist anders als bei der <a href="/lille-svea/">Lille Svea</a>, die mehr oder weniger auf dem Teller dreht - ganz anders! 6500 kg fordern ihren Tribut. Rückwärts hilft der wunderbar ausgeprägte Radeffekt, aber wenn ich Schub voraus gebe, passiert erst einmal nicht so viel. Das Boot reagiert sehr träge, und es dauert eine Weile, bis es überhaupt anfängt, sich zu bewegen. Und dann ist die Boxengasse auch schon wieder überquert. Das ganze Manöver funktioniert so semi-geil, ich muss mich umstellen.</p>

<p>Ich versuche es mit deutlich mehr Gas. Das hilft deutlich, aber ich merke, dass auch die Maschine noch nicht sauber eingestellt ist. Gerade eingekuppelt komme ich bereits auf 4,5 kn, das ist viel zu viel. Und wenn ich etwas mehr Gas gebe, rappelt die Kiste. Ich bekomme Angst um die Maschine und alles, was mit ihr verbunden ist. Erst bei höherer Drehzahl kommt Ruhe in die Maschine. Ohne, dass man die Drehzahl wirklich deutlich hören würde - da stimmt noch etwas nicht.</p>

<p>Wir haben eine Woche Zeit, um die Auguste langsam kennenzulernen. Unter Segeln und bei einer Fahrt über drei, vier Knoten: Ein Traum! Sie läuft perfekt ausgewogen geradeaus, reagiert sehr gut auf das Ruder, braucht es aber nicht. Hammer, sowas habe ich noch nie erlebt. Das ist dermaßen anders, als alles was ich von anderen Booten kenne - ich bin vollkommen hin und weg!</p>

<p>Wir fahren nach Birkholm, ich wende im recht engen (und flachen!) Hafenbecken ohne Bugstrahlruder und bin einigermaßen zufrieden.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
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  </button></figure>

<p>Die nächsten Tage geht es weiter. Unter Vollzeug bei wenig Wind: Geradeaus, ohne Luv- oder Leegierigkeit. Unter Genua und Besan bei 4-6 Bft: dito. Einfach nur vollkommen ausgewogen. Man muss das Ruder nur feststellen, wenn man für mehr als ein paar Minuten unter Deck möchte. Das einzige Manko, was mir auffällt: Wenn wir beigedreht unter backstehender Genua liegen, müssen wir das Vorsegel übernehmen und können nicht, wie bei der Lille, einfach Ruder legen. Damit kann ich leben.</p>

<p>Was schwieriger ist: Wenn ich im Hafen über den Backbordbug drehen will, um beispielsweise Stb. an einem Boot ins Päckchen zu gehen - das klappt so gar nicht. Gegen den Radeffekt brauche ich viel mehr Fahrt und viel mehr Platz, als mir in einem Hafen in der Regel zur Verfügung stehen. Auch das kenne ich nicht. Ein etwas peinliches Manöver in Mommark, aber Schlimmeres passiert nicht.</p>

<p>Ich werde wohl noch so einige Manöver in Häfen versemmeln, bis ich mich an die Auguste gewöhnt habe. Oder bis ich endlich lerne, das Bugstrahlruder als das hinzunehmen, was es ist: eine manchmal wirklich hilfreiche Unterstützung für ein Boot, das bauartbedingte Eigenheiten hat.</p>

<p>Am vorerst letzten Tag, nach etwa einer Woche Jungfernfahrt, kommen wir nach Flensburg.</p>

<p>Wir laufen in die Flensburger Förde und haben wirklich unangenehm ausgeprägte Böen. Grundwind bei 4 Bft, in Böen bis 6 Bft. Teilweise wirklich keine Vorwarnungen. Wir laufen unter Genua 2 und Besan. Wenn eine Böe einfällt, legen wir uns teilweise bis 25° oder auch kurz 30° auf die Seite. Aus lauter Gewohnheit (die Lille hatte nie mehr als 20° - schon gar nicht bei so ‘wenig’ Wind) luve ich jedes Mal deutlich an, um das Boot wieder aufzurichten (und weil ich dem Rigg noch nicht traue). Irgendwann wird mir klar, dass ich mich daran gewöhnen muss: das Boot legt sich nun einmal mehr auf die Seite - und ich muss nur das Ruder halten. Wir werden mit mehr als 6 kn über Grund belohnt. Jule (unser English Cocker Spaniel) nimmt es wie ein Seehund hin.</p>

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  </button></figure>

<p>Es geht in eine relativ enge Boxengasse (mir kommen noch alle Boxengassen eng vor), die Box ist an Steuerbord. Wir haben für meinen Geschmack deutlich zu viel Wind: vielleicht noch 15–20 kn in der Boxengasse von Backbord querab, also in die Box hinein.</p>

<p>Das kommt mir zugute. Am Steg steht ein Segler aus der Nachbarbox: ‘Wo ist Nummer 22?’ rufen wir - und er weist uns ein. Es ist unser erstes Anlegemanöver in der neuen Box. Ich fahre auf der ‘falschen’ Seite, in Luv in die Boxengasse. Absichtlich etwas zu weit, um direkt in die Box zu wenden – meine Frau bekommt schon etwas Puls. Dann lege ich den Rückwärtsgang ein. Dadurch stoppen wir nicht nur auf, der ‘Arsch’ dreht sich auch nach Backbord. Radeffekt. Und wie geplant - nein: erhofft - dreht sich das Boot sahnemäßig weiter. Achterleinen über, geradeaus, Vorleinen über. Alles top. Zugegeben, war da etwas Glück bei, denn wie sich das Boot bei welcher Fahrt und dem jeweiligen Wind wie dreht - das ist noch nicht ins Blut übergegangen.</p>

<p>Ich fange jedoch an, ein Gefühl zu entwickeln. Die Prinzipien kenne ich soweit - jetzt muss sich nur noch dieses Gefühl verfestigen. Das Gefühl dafür, dass die Abstände vorne und hinten passen, dass die Drehung passt, der Wind, und so weiter. Das wird dauern und das wird den einen oder anderen Bockmist zur Folge haben, das eine oder andere Hafenkino. Viel Spaß dabei.</p>

<p>Und irgendwann werde ich dann auch das Bugstrahlruder verwenden. Diesem Spielverderber. Wenn es denn sein muss. Und mich eventuell sogar damit versöhnen, vielleicht, wer weiß.</p>]]></content><author><name>Guido Steinacker</name><email>guido.steinacker@gmail.com</email></author><category term="Boot" /><category term="Seemannschaft" /><summary type="html"><![CDATA[Langkieler sind berüchtigt dafür, dass sie im Hafen nicht so gut manövrieren können. Das stimmt auch, keine Frage. Über meine allerersten Erfahrungen mit der Auguste.]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://auguste-von-orust.de/assets/images/im-hafen/im-hafen.jpeg" /><media:content medium="image" url="https://auguste-von-orust.de/assets/images/im-hafen/im-hafen.jpeg" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry><title type="html">Neue Instrumente</title><link href="https://auguste-von-orust.de/2026/05/29/neue-instrumente/" rel="alternate" type="text/html" title="Neue Instrumente" /><published>2026-05-29T18:08:36+00:00</published><updated>2026-05-29T18:08:36+00:00</updated><id>https://auguste-von-orust.de/2026/05/29/neue-instrumente</id><content type="html" xml:base="https://auguste-von-orust.de/2026/05/29/neue-instrumente/"><![CDATA[<p>Als wir das Boot 2025 übernahmen, waren die Instrumente bereits ziemlich alt und nicht gerade professionell verbaut. So konnte es auf keinen Fall bleiben.</p>

<div class="gallery" style="--gallery-cols: 2;" data-lightbox-group=""><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/neue-instrumente/alte-windmesser.jpeg" data-caption="Der alte wireless Empfänger für den Windmesser unter Deck.">
      <img src="/assets/images/neue-instrumente/alte-windmesser.jpeg" alt="Der alte wireless Empfänger für den Windmesser unter Deck." loading="lazy" decoding="async" />
    </button><figcaption>Der alte wireless Empfänger für den Windmesser unter Deck.</figcaption></figure><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/neue-instrumente/alte-instrumente.jpg" data-caption="Das dazugehörige Instrument (oben)">
      <img src="/assets/images/neue-instrumente/alte-instrumente.jpg" alt="Das dazugehörige Instrument (oben)" loading="lazy" decoding="async" />
    </button><figcaption>Das dazugehörige Instrument (oben)</figcaption></figure></div>

<p>Es handelte sich um Nasa-Clipper Instrumente, die wohl eher in die „Budget-Kategorie“ fallen, was aber ja ok ist, wenn sie denn nur funktionieren. Das war aber leider nicht der Fall: Der alte Log-Geber steckte noch mit abgebrochenen Rädchen in seinem Borddurchlass, der war mit einer ominösen Dichtungsmasse zugeschmiert, die obendrein wohl noch nie wirklich dicht war. Wir haben den Geber dann gezogen und die Öffnung vernünftig verschlossen – mehr dazu unter <a href="/2026/03/21/alte-borddurchlasse-verschliesen/">Borddurchlässe verschließen</a>.</p>

<p>Die übrigen Instrumente konnten wir erstmal gar nicht beurteilen, weil wir noch keine funktionierende Stromversorgung hatten - und ehrlich gesagt noch nicht durchstiegen, was an Bord wie verkabelt war. Insgesamt sahen wir aber einfach nichts, mit dem wir uns außerhalb bekannter Gewässer wirklich wohl gefühlt hätten.</p>

<p>Der Windmesser war beispielsweise ein drahtloses Modell von Nasa. Ich habe keine eigenen Erfahrungen mit drahtlosen Gebern - habe aber auch bisher nur fragwürdiges darüber gelesen (immer her mit dem Widerspruch!). Die Installation am Schaltpanel vorbei, mit einem Baumarktschalter und unschöner Kabelführung - das hätte man fixen können.</p>

<p>Wie dem auch sei: Wir entschieden uns für die radikale Lösung: Geber und Instrumente neu, bei der Gelegenheit modernisieren und alle Kabel ersetzen und aufs Panel führen. Kleiner Spoiler: Entweder das Instrument oder der Geber war tatsächlich defekt, wie ich später beim Versuch, ihn zu verkaufen, feststellen musste. Ob das zweite Echolot, das wir später noch unter dem Sitz am Navigationstisch fanden, funktionierte, weiß ich nicht - das haben wir gar nicht mehr ausprobiert.</p>

<h2 id="raymarine-i50i60-serie">Raymarine i50/i60 Serie</h2>

<p>Kurz gesagt: Eine Recherche stand an, welche Instrumente für uns und die Auguste die richtigen sein könnten. Von der <a href="/lille-svea/">Lille Svea</a> kannte ich die i50/i60 Serie von Raymarine, mit der ich im Grunde genommen sehr zufrieden war: Sie sind zuverlässig, hervorragend ablesbar, benötigen wenig Strom und sind nach wie vor verfügbar.</p>

<div class="gallery" style="--gallery-cols: 2;" data-lightbox-group=""><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/neue-instrumente/img_1.png" data-caption="i50 Echolot">
      <img src="/assets/images/neue-instrumente/img_1.png" alt="i50 Echolot" loading="lazy" decoding="async" />
    </button><figcaption>i50 Echolot</figcaption></figure><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/neue-instrumente/img_2.png" data-caption="i50 Logge">
      <img src="/assets/images/neue-instrumente/img_2.png" alt="i50 Logge" loading="lazy" decoding="async" />
    </button><figcaption>i50 Logge</figcaption></figure><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/neue-instrumente/img_3.png" data-caption="i60 Windmesser">
      <img src="/assets/images/neue-instrumente/img_3.png" alt="i60 Windmesser" loading="lazy" decoding="async" />
    </button><figcaption>i60 Windmesser</figcaption></figure><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/neue-instrumente/i50i60beinacht.jpeg" data-caption="Auch bei Nacht sind die Anzeigen der i50/i60 Serie hervorragend ablesbar.">
      <img src="/assets/images/neue-instrumente/i50i60beinacht.jpeg" alt="Auch bei Nacht sind die Anzeigen der i50/i60 Serie hervorragend ablesbar." loading="lazy" decoding="async" />
    </button><figcaption>Auch bei Nacht sind die Anzeigen der i50/i60 Serie hervorragend ablesbar.</figcaption></figure></div>

<p>Man kann sie auch in ein NMEA- bzw. SeaTalk-Netzwerk einbinden, was für mich eine der wenigen Bedingungen war. Einziges Manko: die Serie ist etwas „end of life“, und wir machen das Refit ja auch, um das Boot für die nächsten zehn und mehr Jahre auf Stand zu bringen.</p>

<h2 id="raymarine-i70-serie">Raymarine i70 Serie</h2>

<p>Entschieden haben wir uns dann für die aktuellere i70 Serie, die preislich sehr ähnlich, aber eben einiges moderner ist. Die analogen Geber werden in diesem System über die „iTC-5“ genannte Komponente angeschlossen, die dann wiederum über SeaTalk in das Netzwerk eingebunden wird. Die Instrumente sind – anders als bei i50/i60 – keine dedizierten Windmesser oder Logge/Lot, sondern kombinierte Multifunktionsdisplays (MFD), die je nach Bedarf und Geschmack konfiguriert werden können.</p>

<p>Die Verkabelung war dabei wirklich simpel – nur bei der iTC-5 hat Raymarine in meinen Augen einen Bock geschossen. Das Kabel des kombinierten Logge/Lot/Temperatur-Gebers lässt sich nicht einfach in der Box anschließen: Man muss zuerst das Kabel weiter abisolieren und die furchtbar dünnen, figelinschen Adern dann neu vercrimpen – was echt nicht mein Hobby ist und obendrein eigentlich vollkommen unnötig wäre, wenn das Set besser aufeinander abgestimmt wäre. Aber irgendwas ist ja immer. Der Rest war wirklich simpel: blaue Stecker in blaue Buchse, weiß auf weiß – das ist fast schon idiotensicher und ausgezeichnet zu erweitern.</p>

<figure class="youtube-embed">
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    <img src="https://img.youtube.com/vi/LIyTLAyYsV0/hqdefault.jpg" alt="Der Raymarine SeaTalk NG Aufbau und Anschluss" loading="lazy" decoding="async" class="youtube-embed-thumb" />
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    </button>
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  </div><figcaption>Der Raymarine SeaTalk NG Aufbau und Anschluss</figcaption></figure>

<p>Die beiliegenden Kabel waren für meine Bedürfnisse (bzw. die der Auguste) ausreichend lang und zahlreich. Das war auch gut so, denn pro Verbinder oder Kabel ist man um die 50 € los, was wirklich ein unverschämter Preis ist. Finde ich. Ein komplettes „Backbone Kit“ mit ein paar Kabeln, Endwiderständen und Verbindern: 300 €. Für ein paar Kabel &amp; Gedöns.</p>

<p>Ich prangere das an.</p>

<p>Das Kabel vom Windmesser durch den Mast zu ziehen, war übrigens wider erwarten absolut simpel. Wir haben dafür die drei Muttern, mit denen der Mastfuß gesichert war, gelöst und den Fuß abgenommen. Mit einem alten Kabel konnten wir dann das neue verbinden und es ganz einfach durchholen.</p>

<h2 id="was-die-i70-besser-machen">Was die i70 besser machen</h2>

<p>Zwei Dinge gefallen mir an den neuen Instrumenten besonders gut – beides Punkte, an denen die i50/i60 Instrumente schlicht nicht mithalten konnten - geschweige denn die alten Nasa-Clipper.</p>

<p><strong>Erstens die Kalibrierung der Logge.</strong> Bei der i70 bekomme ich beim Kalibrieren eine ganze Tabelle: Pro gemessener Geschwindigkeit kann ich einen eigenen Stützpunkt hinterlegen. Bei den alten Instrumenten gab es dafür nur einen einzigen Korrekturwert – mit dem Ergebnis, dass die Anzeige je nach Geschwindigkeit mal mehr, mal weniger danebenlag. Das läuft unter <code class="language-plaintext highlighter-rouge">Menü &gt; Setup &gt; Gebereinstellungen &gt; Geschwindigkeit &gt; Geschw.-Kalibrierung</code>: Man fährt eine bekannte Geschwindigkeit, die die i70 als SOG vom GPS aus dem SeaTalk-Netz bezieht, und legt dazu einen Kalibrierpunkt an („Add“) – beliebig viele über den ganzen Geschwindigkeitsbereich. Oder man bearbeitet die Punkte manuell, so haben wir das mangels GPS im Netzwerk gemacht. Ein GPS im Netzwerk kommt noch.</p>

<p><strong>Zweitens die freie Konfiguration der Anzeigen.</strong> Ich kann mir eigene Favoritenseiten anlegen – bis zu zehn Stück, aus sechzehn verschiedenen Layouts –, jede mit ihrer eigenen Aufteilung. Und zwar nicht nur das übliche Schema „links eine große, rechts zwei kleine Anzeigen“, sondern wirklich frei nach Bedarf, mit Digital-, Analog- oder Grafikfeldern. Bearbeitet wird das über <code class="language-plaintext highlighter-rouge">Menü &gt; Favoritenseiten</code> – Feld antippen, Datentyp zuweisen, fertig. Wer es genau wissen will: In der <a href="https://www.manualslib.de/manual/66616/Raymarine-I70.html">Bedienungsanleitung der i70</a> ist das alles sauber dokumentiert.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/neue-instrumente/IMG_2847.jpeg" data-caption="Meine aktuelle Konfiguration: oben scheinbarer Wind, Windrichtung und Beaufort, unten Tiefe, Geschwindigkeit und Durchschnittsgeschwindigkeit. Die Spiegelungen stören auf dem Foto übrigens deutlich mehr als in der Praxis, da sich das Auge auf die Display fokussiert und man die Spiegelungen kaum wahrnimmt. Wäre trotzdem schön, wenn Raymarine hier nachbessert." aria-label="Meine aktuelle Konfiguration: oben scheinbarer Wind, Windrichtung und Beaufort, unten Tiefe, Geschwindigkeit und Durchschnittsgeschwindigkeit. Die Spiegelungen stören auf dem Foto übrigens deutlich mehr als in der Praxis, da sich das Auge auf die Display fokussiert und man die Spiegelungen kaum wahrnimmt. Wäre trotzdem schön, wenn Raymarine hier nachbessert. – Bild vergrößern">
    <img src="/assets/images/neue-instrumente/IMG_2847.jpeg" alt="Zwei Raymarine i70 Displays mit konfigurierten Anzeigen: Wind oben, Tiefe und Geschwindigkeit unten" loading="lazy" decoding="async" />
  </button><figcaption>Meine aktuelle Konfiguration: oben scheinbarer Wind, Windrichtung und Beaufort, unten Tiefe, Geschwindigkeit und Durchschnittsgeschwindigkeit. Die Spiegelungen stören auf dem Foto übrigens deutlich mehr als in der Praxis, da sich das Auge auf die Display fokussiert und man die Spiegelungen kaum wahrnimmt. Wäre trotzdem schön, wenn Raymarine hier nachbessert.</figcaption></figure>

<p>Dinge dieser Art wecken leider das Spielkind in mir - und so überlege ich schon, welche Daten mir noch fehlen könnten. Dabei ist der Segler ‘Guido’ schon mehr als zufrieden mit der aktuellen Konfiguration. Mehr brauche ich eigentlich nicht. Eigentlich ist ja auch nur das Echolot wirklich wichtig, alles andere ist Gedöns.</p>

<h2 id="warum-das-netzwerk-wichtig-war">Warum das Netzwerk wichtig war</h2>

<p>Dass alles über SeaTalk NG (also im Wesentlichen NMEA 2000) zusammenhängt, ist genau genommen auch nicht mehr als Bequemlichkeit. Über den NMEA-Bus lassen sich die Daten beispielsweise in der Orca App oder in andere Plotter und Apps einbinden. In unserem Heimatrevier Flensburger Förde und rund um die Dänische Südsee ist uns das nicht so wichtig. Hier kennen wir uns sehr gut aus. Aber erstens ist es wirklich sehr praktisch, und zweitens gibt es auch hier eklige Wetterkonstellationen und dann wollen wir in Zukunft doch auch mal größere Törns machen. Über den Kanal beispielsweise. Dann ist es gut, wenn Wind, Logge und Lot nicht nur am eigenen Display, sondern überall an Bord verfügbar sind - und wenn man einen ordentlichen Kartenplotter hat.</p>

<p>Dass die Papier-Seekarten bei uns an Bord nach wie vor eine wichtige Rolle spielen, wird jetzt wohl niemanden mehr überraschen. Ich bin da gar nicht religiös - aber mindestens für die Törnplanung gibt es in meinen Augen an Bord einer Segelyacht nichts Besseres als die gute alte Papierkarte. Und auch für die Navigation unterwegs ist sie eine tolle Ergänzung zum Plotter. Aber ein Kartenplotter ist eben auch eine tolle Ergänzung zur Papierkarte.</p>

<p>Irgendwann folgt dann auch mal mehr: Radar, im Nebel vor der englischen Küste (oder sonst wo) möchte ich nicht drauf verzichten. AIS, das ist mir allerdings weniger wichtig (Radar lagged nicht…). Und irgendwann wird auch der alte Autopilot, ein Raymarine ST6000, durch ein modernes Modell ersetzt werden. Sobald unser Konto sich wieder erholt hat und längere Nachtfahrten auf dem Programm stehen. Bis dahin bekommt mich niemand weg vom Ruder … Ich liebe es, dort zu stehen.</p>

<h2 id="vorher--nachher">Vorher – Nachher</h2>

<p>Für’s erste sind wir sehr zufrieden. Orca &amp; Navionics auf Handy und iPad sind ganz prima für unsere Zwecke. Die Displays erfüllen ihren Zweck und sind sehr viel komfortabler zu bedienen, als alles, was ich bisher hatte. Die Verkabelung ist ordentlich, die wenigen sichtbaren Kabel verschwinden demnächst noch hinter Kabelkanälen von Sommerfeld &amp; Thiele. Toller Laden übrigens.</p>

<p>Was mich am Ende so richtig freut, ist der krasse Unterschied vorher / nachher: oben die alten Nasa-Clipper auf der mahagonifarbenen Tünche, sauber mit Tape eingefrickelt – unten die neuen Raymarine i70 auf dem abgezogenen und neu lackierten Mahagoni nach dem <a href="/2025/09/29/neuaufbau-des-lacks/">Neuaufbau des Lacks</a>.</p>

<div class="gallery" style="--gallery-cols: 2;" data-lightbox-group=""><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/neue-instrumente/alte-instrumente.jpg" data-caption="Vorher: die alten Nasa-Clipper, sauber mit Tape eingefrickelt.">
      <img src="/assets/images/neue-instrumente/alte-instrumente.jpg" alt="Alte Nasa-Clipper Instrumente, mit schwarzem Tape eingefasst" loading="lazy" decoding="async" />
    </button><figcaption>Vorher: die alten Nasa-Clipper, sauber mit Tape eingefrickelt.</figcaption></figure><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/neue-instrumente/IMG_2847.jpeg" data-caption="Nachher: zwei Raymarine i70 auf dem neu lackierten Mahagoni.">
      <img src="/assets/images/neue-instrumente/IMG_2847.jpeg" alt="Neue Raymarine i70 Instrumente auf frisch lackiertem Mahagoni" loading="lazy" decoding="async" />
    </button><figcaption>Nachher: zwei Raymarine i70 auf dem neu lackierten Mahagoni.</figcaption></figure></div>

<p>Die Einbauposition hätte ich gerne noch anders gewählt - aber hier im Schott waren nun einmal die beiden alten Instrumente verbaut. Neue Löcher ohne Not in 50 Jahre altem massivem Mahagoni - das hätte mir körperliche Schmerzen bereitet.</p>]]></content><author><name>Guido Steinacker</name><email>guido.steinacker@gmail.com</email></author><category term="Refit" /><category term="Elektrik" /><summary type="html"><![CDATA[Warum auf der Auguste die alten Nasa-Clipper raus und die Raymarine i70 rein mussten – Auswahl, System, Verkabelung und was die neuen Instrumente besser machen.]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://auguste-von-orust.de/assets/images/neue-instrumente/IMG_2847.jpeg" /><media:content medium="image" url="https://auguste-von-orust.de/assets/images/neue-instrumente/IMG_2847.jpeg" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry><title type="html">Unter Deck</title><link href="https://auguste-von-orust.de/2026/05/26/unter-deck/" rel="alternate" type="text/html" title="Unter Deck" /><published>2026-05-26T12:01:51+00:00</published><updated>2026-05-26T12:01:51+00:00</updated><id>https://auguste-von-orust.de/2026/05/26/unter-deck</id><content type="html" xml:base="https://auguste-von-orust.de/2026/05/26/unter-deck/"><![CDATA[<p>Wer zum ersten Mal an Bord einer Vindö 50 klettert, sollte sich rückwärts den Niedergang hinunterlassen. Der ist hoch und steil — eine einzige Stufe, mehr Leiter als Treppe. Irgendwann werde ich das mal überarbeiten. Altersgerecht, könnte man langsam sagen.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/unter-deck/IMG_2620.jpeg" data-caption="Blick vom Niedergang" aria-label="Blick vom Niedergang – Bild vergrößern">
    <img src="/assets/images/unter-deck/IMG_2620.jpeg" alt="Blick vom Niedergang" loading="lazy" decoding="async" />
  </button><figcaption>Blick vom Niedergang</figcaption></figure>

<p>Unten angekommen steht man im Gang, links die Navigationsecke, rechts die Pantry, und geradeaus der Blick in den Salon. Es ist dieser Moment, der die Auguste von den allermeisten modernen Booten unterscheidet: Man schaut nicht in eine zweckmäßige aber wenig heimelige “Zahnarztpraxis” mit viel Kunststoff und ein paar Furnierleisten, sondern in einen Raum aus Holz. Mahagoni, wohin man sieht. Wände, Schränke, Handläufe — alles massiv oder mit einem Furnier, das so dick ist, dass es auch nach fast 50 Jahren noch niemand durchgeschliffen hat. Bis auf die eine Stelle auf dem Tisch, das war ich.</p>

<p>Über allem spannt sich die Holzdecke, getragen von Querstreben aus heller Esche und dunklem Mahagoni — abwechselnd geschichtet, jede Schicht vielleicht einen Zentimeter stark.</p>

<p>Andere nennen so etwas despektierlich eine “Mahagoni-Höhle”. Wir nennen es großartig. Alles wirkt sehr wertig und durchdacht, als hätte sich jemand mit sehr viel Erfahrung und handwerklichem Geschick wirklich Mühe gegeben. Und so ist es ja auch.</p>

<h2 id="der-salon">Der Salon</h2>

<p>Der Salon ist das Wohnzimmer der Auguste, und er fühlt sich auch so an.</p>

<p>Das Erste, was auffällt: Es ist hell hier drin. Das liegt nicht am Mahagoni — das ist dunkel genug, um jeden Raum in eine viktorianische Bibliothek zu verwandeln. Aber die neuen Polster in Cremeweiß brechen das Holz auf, und die Gardinen — im selben hellen Ton, aber mit einer anderen Struktur — tun ihr Übriges. Aufgehängt sind sie an Messingstangen, die wir mühsam wieder auf Hochglanz poliert haben. Die waren längst schwarz angelaufen, wie alles an Messing, das ein paar Jahrzehnte auf einem Segelboot verbracht hat. Die Gardinen näht die Beste Bordfrau von Allen übrigens selbst.</p>

<p>Helle Polster auf einem Segelboot, auf dem auch ein Hund mitfährt — das klingt nach einer Entscheidung, die man bereut. Angeblich lassen sie sich aber hervorragend reinigen. Wir werden sehen. Zusammen mit den Gardinen hellen sie den Salon jedenfalls so auf, dass man gerne drin sitzt und es einfach nur gemütlich ist.</p>

<div class="gallery" style="--gallery-cols: 2;" data-lightbox-group=""><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/unter-deck/IMG_2733.jpeg" data-caption="U-förmige Sitzgruppe im Salon. Gleich gibt es Frühstück.">
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    </button><figcaption>U-förmige Sitzgruppe im Salon. Gleich gibt es Frühstück.</figcaption></figure><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/unter-deck/IMG_2635.jpeg" data-caption="Polster und Gardinen im Salon">
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    </button><figcaption>Polster und Gardinen im Salon</figcaption></figure></div>

<p>An Steuerbord sitzt man in einer U-förmigen Gruppe aus Bank und Tisch — der klassische Platz zum Essen, Kartenspielen, Lesen, Kaffeetrinken. Auf der Backbordseite liegt eine breite Bank, deren Rückenteil man nach oben klappen und festbinden kann. Dann wird aus der Sitzbank eine Koje, gut 1,20 Meter breit. Dazu gibt es ein ordentliches Leesegel, das unter der Matratze befestigt und am Handlauf über Kopf eingehakt wird. Wer hier bei Lage schläft, liegt sicher.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/unter-deck/IMG_2633.jpeg" data-caption="Bank an Backbord, kann zu einer 1,20m breiten Koje umgebaut werden - inclusive Leesegel" aria-label="Bank an Backbord, kann zu einer 1,20m breiten Koje umgebaut werden - inclusive Leesegel – Bild vergrößern">
    <img src="/assets/images/unter-deck/IMG_2633.jpeg" alt="Bank an Backbord, kann zu einer 1,20m breiten Koje umgebaut werden - inclusive Leesegel" loading="lazy" decoding="async" />
  </button><figcaption>Bank an Backbord, kann zu einer 1,20m breiten Koje umgebaut werden - inclusive Leesegel</figcaption></figure>

<p>Unter allen Bänken verbirgt sich Stauraum — Decken, Werkzeug, alles, was man nicht ständig braucht, aber eben doch dabei haben will. Auf beiden Seiten des Salons laufen über die gesamte Länge der Bänke zusätzliche Fächer: In der Mitte jeweils ein offenes Bücherfach, links und rechts davon ein Fach mit Türen. Zusammen ergibt das auf jeder Seite rund zwei Meter Stauraum in Griffhöhe. Eines der Bücherfächer wird demnächst in eine Bar umfunktioniert — für die Bibliothek stehen in der Navigationsecke und an Backbord aber noch zwei vollkommen ausreichende Fächer zur Verfügung. Direkt daneben hat die Werft ab Werk ein Gläserfach eingebaut, mit Halterungen für gut zwei Dutzend Gläser. Man wusste in Kungsviken offenbar, worauf es ankommt.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/unter-deck/IMG_2586.jpeg" data-caption="Fächer an Backbord" aria-label="Fächer an Backbord – Bild vergrößern">
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  </button><figcaption>Fächer an Backbord</figcaption></figure>

<p>An der Steuerbordwand Richtung Vorschiff hängt eine alte, voll-kardanisch aufgehängte Petroleumlampe — blankpoliert, schwer, aus einer Zeit, als „Ambiente“ noch kein reiner Marketingbegriff war. Und LEDs noch nicht erfunden. Und weil nicht alles Neue automatisch schlecht ist, haben wir die alten Lampen durch neue LED-Leuchten ersetzt, von Prebit mit “dim-2-warm”-Funktion.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/unter-deck/IMG_2922.jpeg" data-caption="Kardinisch aufgehängte Petroleumlampe" aria-label="Kardinisch aufgehängte Petroleumlampe – Bild vergrößern">
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  </button><figcaption>Kardinisch aufgehängte Petroleumlampe</figcaption></figure>

<p>Gegenüber, neben dem Durchgang ins Vorschiff: eine Uhr, ein Barometer, ein kombiniertes Thermometer mit Hygrometer. Die üblichen Instrumente, ebenfalls frisch poliert. Das war Arbeit.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/unter-deck/IMG_2890.jpeg" data-caption="Instrumente neben dem Durchgang zum Vorschiff" aria-label="Instrumente neben dem Durchgang zum Vorschiff – Bild vergrößern">
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  </button><figcaption>Instrumente neben dem Durchgang zum Vorschiff</figcaption></figure>

<p>Was man überall im Boot spürt ist, dass das Boot für “richtiges segeln” entworfen wurde. Im Salon sind beispielsweise über die gesamte Länge bis ins Vorschiff und auf beiden Seiten massive Handläufe aus Mahagoni montiert. Die Blende unter den Fenstern ist als zweiter, niedrigerer Griff geformt. Man kann sich bei Seegang jederzeit sicher bewegen, ohne nach einem Haltepunkt suchen zu müssen.</p>

<h2 id="die-pantry">Die Pantry</h2>

<p>Rechts vom Niedergang liegt die Pantry, durch ein offenes Schott von der U-Sitzgruppe getrennt. Eine praktische Durchreiche übrigens. Auch die Pantry ist U-förmig angelegt und bietet genug Arbeitsfläche. Die Arbeitsplatte ist frisch geölt, den neuen Gasherd mit Backofen — kardanisch aufgehängt, versteht sich — haben wir nachgerüstet. Angeschlossen ist er noch nicht, wir arbeiten noch an der Gasinstallation und behelfen uns derweil mit einem Induktionsherd.</p>

<div class="gallery" style="--gallery-cols: 2;" data-lightbox-group=""><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/unter-deck/IMG_2621.jpeg" data-caption="U-förmige Pantry mit viel Arbeitsfläche">
      <img src="/assets/images/unter-deck/IMG_2621.jpeg" alt="U-förmige Pantry mit viel Arbeitsfläche" loading="lazy" decoding="async" />
    </button><figcaption>U-förmige Pantry mit viel Arbeitsfläche</figcaption></figure><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/unter-deck/IMG_2628.jpeg" data-caption="Die Arbeitsflächen sind mit &#39;Worktop Oil&#39; von Oli Natura frisch geölt">
      <img src="/assets/images/unter-deck/IMG_2628.jpeg" alt="Die Arbeitsflächen sind mit 'Worktop Oil' von Oli Natura frisch geölt" loading="lazy" decoding="async" />
    </button><figcaption>Die Arbeitsflächen sind mit 'Worktop Oil' von Oli Natura frisch geölt</figcaption></figure><figure>
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    </button><figcaption>Herd, Ofen &amp; Provisorium</figcaption></figure><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/unter-deck/IMG_2623.jpeg" data-caption="Jede Menge Schubladen für Gewürze, Vorräte, Gerätschaften.">
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    </button><figcaption>Jede Menge Schubladen für Gewürze, Vorräte, Gerätschaften.</figcaption></figure><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/unter-deck/IMG_2853.jpeg" data-caption="Eine der Schubladen ist ein massives Schneidebrett">
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    </button><figcaption>Eine der Schubladen ist ein massives Schneidebrett</figcaption></figure><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/unter-deck/IMG_2851.jpeg" data-caption="Einer der Schränke in der Pantry">
      <img src="/assets/images/unter-deck/IMG_2851.jpeg" alt="Einer der Schränke in der Pantry" loading="lazy" decoding="async" />
    </button><figcaption>Einer der Schränke in der Pantry</figcaption></figure></div>

<p>Unter der Arbeitsfläche reihen sich Fächer und Schubladen aneinander. Ein tiefes Fach mit Klappe schluckt alles, was sperrig ist; der Kühlschrank öffnet sich nach oben mit einem Deckel — effizienter als jede Frontladertür, weil die kalte Luft nicht herausfällt. Wer hier kocht, hat alles in Reichweite und muss sich nicht verrenken. Das ist durchdacht, nicht großzügig — aber genau das braucht man auf See.</p>

<h2 id="die-navigationsecke">Die Navigationsecke</h2>

<p>Gegenüber der Pantry, an Backbord, liegt der Navitisch. Klein geraten — das muss man ehrlich sagen. Für eine aufgeschlagene Seekarte reicht er, für ausgebreitete Papiere und einen Laptop gleichzeitig eher nicht. Aber er ist da, und das ist mehr, als viele moderne Boote bieten, die den Kartentisch gleich ganz weggespart haben.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/unter-deck/IMG_2599.jpeg" data-caption="Die Navigationsecke" aria-label="Die Navigationsecke – Bild vergrößern">
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  </button><figcaption>Die Navigationsecke</figcaption></figure>

<p>Über dem Tisch sitzt die Schalttafel, daneben ein weiteres Bücherfach. Zwischen Navitisch und Salon steht ein schmaler, hoher Schrank — perfekt für Ölzeug. Oben eine Ablage mit hoher Schlingerleiste, auf der Fernglas, Handscheinwerfer oder das Hafenhandbuch ihren Platz finden.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/unter-deck/IMG_2600.jpeg" data-caption="Schrank für das Ölzeug" aria-label="Schrank für das Ölzeug – Bild vergrößern">
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  </button><figcaption>Schrank für das Ölzeug</figcaption></figure>

<h2 id="das-vorschiff">Das Vorschiff</h2>

<p>Durch den Durchgang vom Salon kommt man ins Vorschiff. Eine V-Koje, wie man sie kennt — vorne spitz, nach hinten breiter werdend. Links und rechts Schapps hinter Türen und Klappen. Wieder: Mahagoni, wohin man schaut. Und wieder: erstaunlich viel Ablage und Stauraum für ein Boot unter elf Metern.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/unter-deck/IMG_2574.jpeg" data-caption="Vorschiff-Kojen" aria-label="Vorschiff-Kojen – Bild vergrößern">
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  </button><figcaption>Vorschiff-Kojen</figcaption></figure>

<p>Ein Skylight sorgt auch hier für Helligkeit und einen frühen Start in den Tag. Ich hätte lieber wieder den Holzdeckel der frühen Vindös, auch optisch fände ich das schöner.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/unter-deck/IMG_2737.jpeg" data-caption="Skylight im Vorschiff" aria-label="Skylight im Vorschiff – Bild vergrößern">
    <img src="/assets/images/unter-deck/IMG_2737.jpeg" alt="Skylight im Vorschiff" loading="lazy" decoding="async" />
  </button><figcaption>Skylight im Vorschiff</figcaption></figure>

<p>An Steuerbord liegt direkt hinter dem Durchgang die Nasszelle. Eine Jabsco-Toilette in der „Komfort”-Variante, Schränke, viel Holz.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/unter-deck/IMG_2576.jpeg" data-caption="Nasszelle" aria-label="Nasszelle – Bild vergrößern">
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  </button><figcaption>Nasszelle</figcaption></figure>

<p>Gegenüber, an Backbord, ein Kleiderschrank — nicht riesig, aber zusammen mit dem übrigen Stauraum im Boot reicht es für mehr als nur ein Wochenende.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/unter-deck/IMG_2580.jpeg" data-caption="Kleiderschrank" aria-label="Kleiderschrank – Bild vergrößern">
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  </button><figcaption>Kleiderschrank</figcaption></figure>

<h2 id="die-achterkajüte">Die Achterkajüte</h2>

<p>Die Auguste ist eine 50 SL, und das „SL“ steht Luxus in Form einer separaten Achterkabine. Sie ist nur vom Cockpit aus zugänglich, durch ein zweiteiliges Steckschott, das man von oben einsetzt und herausnimmt. Drinnen gibt es keine Stehhöhe, je eine Koje auf beiden Seiten, ein kleines Tischchen für den Morgenkaffee, und zwei kleine Fenster, durch die gerade genug Licht fällt.</p>

<p>Es ist nicht der luxuriöseste Raum an Bord — aber er ist komplett mit Mahagoni ausgekleidet, gemütlich, und vor allem: abgetrennt. Perfekt für Gäste, für die Kinder, oder für den Moment, in dem man einfach die Luke zumachen und in Ruhe lesen will, während im Cockpit noch diskutiert wird, ob man morgen den Anker lichtet oder nicht.</p>]]></content><author><name>Guido Steinacker</name><email>guido.steinacker@gmail.com</email></author><category term="Boot" /><summary type="html"><![CDATA[Ein Rundgang durch das Boot, von der Pantry über den Salon bis zur Achterkajüte]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://auguste-von-orust.de/assets/images/unter-deck/IMG_2904.jpeg" /><media:content medium="image" url="https://auguste-von-orust.de/assets/images/unter-deck/IMG_2904.jpeg" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry><title type="html">Auguste von Orusts erster Krantermin</title><link href="https://auguste-von-orust.de/2026/05/16/augustes-erster-krantermin/" rel="alternate" type="text/html" title="Auguste von Orusts erster Krantermin" /><published>2026-05-16T21:01:51+00:00</published><updated>2026-05-16T21:01:51+00:00</updated><id>https://auguste-von-orust.de/2026/05/16/augustes-erster-krantermin</id><content type="html" xml:base="https://auguste-von-orust.de/2026/05/16/augustes-erster-krantermin/"><![CDATA[<p>Nach einem Jahr im Refit liegt die ‘Auguste von Orust’ nun endlich wieder im Wasser. Es ist ein tolles Gefühl, das Boot nach so langer Zeit wieder schwimmen zu sehen und zu spüren, wie es sich anfühlt, an Bord zu sein. Endlich wieder segeln statt basteln. Aber so ganz reibungslos lief die Premiere nicht ab und auch fünf Tage danach sind wir noch nicht bereit, auszulaufen.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/augustes-erster-krantermin/IMG_2703.jpeg" data-caption="" aria-label="Bild vergrößern">
    <img src="/assets/images/augustes-erster-krantermin/IMG_2703.jpeg" alt="" loading="lazy" decoding="async" />
  </button></figure>

<p>Am 11.5. (Montag) sollte das Boot endlich wieder ins Wasser, am Mittwoch wollten wir dann noch die Masten stellen. An den Großmast kamen wir im Hallenlager kaum heran, er war etwas eingekeilt am Rand der Halle - und die wesentlichen Teile des Riggs lagerten noch beim Transporteur in der Halle, die konnten wir noch gar nicht begutachten. Aber zwei Tage sollten ja wohl reichen, um ein paar Wanten &amp; Stagen vorzubereiten. Dachten wir uns.</p>

<h2 id="ohne-steuerrad-ins-wasser">Ohne Steuerrad ins Wasser?</h2>

<p>Da wir noch einiges vorzubereiten hatten und das erste Kranen mit unserem neuen Boot ohne Stress angehen wollten, reisten wir schon am Donnerstag Abend an. Freitag musste ich noch arbeiten, da sollte nicht viel passieren, aber Samstag ging es dann los. Das Steuerrad musste beispielsweise noch montiert werden. Das alte Steuerrad, original aus Holz, war ja leider hinüber, das neue fix und fertig vorbereitet. “12 Minuten” hatte Axel geschätzt.</p>

<p>Währenddessen bekamen wir sogar noch Unterstützung von Marc: Das Antifouling wurde um eine weitere Schicht ergänzt, der Besan vorbereitet und diverse andere Dinge erledigt. Währenddessen also das Steuerrad. Das war ganz einfach: ein paar Schrauben, und schon … machte es ZONNNNGGGGGG! und der Bowdenzug war gerissen. Dachten wir. Good bye, Krantermin, schade um dich, Segeltörn in der Dänischen Südsee, so ging es mir in dem Moment durch den Kopf. Danach folgten ein paar derbe Flüche, die ich hier nicht wiedergeben möchte.</p>

<p>Eigentlich wollten wir am Mittwoch Abend im Fox &amp; Hounds in Sønderborg sitzen. Aufriggen, Segel anschlagen, zack und fertig. Allerspätestens Donnerstag Abend. Ursprünglich war mit Marc und meinem Bruder ja überhaupt ein Himmelfahrtstörn geplant.</p>

<p>Wenn man den lieben Gott erheitern will, dann schmiedet man Pläne.</p>

<p>Zum Glück hat Axel nicht eine so kurze Lunte wie ich und mit einigem nachdenken &amp; probieren kam er dann auf die Lösung: Wie hatten irgendwann die Bowdenzüge gelockert (ich weiß nicht mehr warum). Beim Einbau unserer Batteriebank müssen wir dann daran gezogen haben, so dass einer der beiden Züge jetzt nicht mehr in seiner Halterung saß. Steuern konnte man so kaum noch, das wäre lustig geworden, im Hafen. Für die anderen.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/augustes-erster-krantermin/bowdenzug.png" data-caption="" aria-label="Bild vergrößern">
    <img src="/assets/images/augustes-erster-krantermin/bowdenzug.png" alt="" loading="lazy" decoding="async" />
  </button></figure>

<p>Das Problem war nur, dass man an die Züge kaum heran kam. Für mich unmöglich (Bauch), für Axel auch (Knie) - aber Judith war gelenkig genug. Hinterher hatte sie dann allerdings ‘Rücken’… Irgendwie ging es jedenfalls und ich konnte die Bowdenzüge am Ruderquadranten fixieren und die 0° und 6° Markierungen am Rad anbringen (die verraten mir dann irgendwann, ob die alte Dame zu luvgierig ist oder schön ausbalanciert segelt)</p>

<p>Ende gut, alles gut, der Krantermin konnte kommen.</p>

<p>Sonntag bekam die ‘Auguste’ dann noch ihren neuen Namen: ‘Auguste von Orust’. Im Juni wird sie dann offiziell geadelt. <a href="/2026/01/12/der-name/">Umtaufen</a> wäre ja ein Frevel. Die Schrift ist etwas dünn geraten, aber edel sieht es aus. Die Salonlampen sind mittlerweile montiert, so wie ungefähr zehntausend andere Aufgaben erligt sind. Ich bin auch erledigt.</p>

<p>Wir räumen alles ein und die auf und trinken das erste Bierchen im frisch eingerichteten Salon. Ein Bild fehlt noch. Von Beken of Cowes, schon bestellt.</p>

<h2 id="dreimal-kranen">Dreimal Kranen</h2>

<p>Montag 11.5. ist dann der seit einem Jahr heiß ersehnte Tage. Einfach nur ins Wasser setzen, ein Selbstläufer, da kann ja nix passieren. Der Motor wurde von Thiesen gewartet, der wird schnurren.</p>

<p>Ich bin etwas nervös, weil ich das erste mal einen Langkieler im Hafen manövrieren darf - und gerade die Vindö ist ja berüchtigt dafür, rückwärts vollkommen unberechenbar zu sein. “Beobachten, wo sie hin will und dann souverän so tun, als ob das der Plan war” war der beste Tip, den ich finden konnte. Das Bugstrahlruder wollte ich geflissentlich ignorieren - erstmal muss man das Boot beherrschen, dann kann man Hilfsmittel verwenden. Finde ich.</p>

<p>Der Tag wurde dann doch etwas abwechslungsreicher, als gedacht. Unser Transporteur kam etwas früher, dafür aber ohne unser Rigg. ‘Wanten &amp; Stagen? Nö, die hab ich nicht’ War der Satz, den ich echt nicht hören wollte. Pokerface, jetzt nur nicht ärgern. Ich rufe Axel an, die beiden telefonieren, unser Hafenmeister hört von der Sache und organisiert vorsichtshalber schon mal einen Rigger, der uns helfen könnte (frühestens in zwei Wochen, aber immerhin).</p>

<p>Nun gut, Ruhe bewahren, erstmal muss das Boot ins Wasser, das Rigg kommt ja erst am Mittwoch.</p>

<p>An den Kran und ins Wasser, die neue Logge &amp; Seeventile kontrolliert - Wassereinbruch! Die Logge ist nicht dicht. Raus aus dem Wasser, nachziehen, wieder runter: immer noch nicht dicht. Und gleich zwei Schläuche an den neuen Seeventilen lecken ebenfalls (Spoiler: wenn man bei 5° eine Schlauchschelle auf den Schlauch setzt, sollte man wirklich einen Heißluftfön verwenden - oder zumindest die Schelle später noch einmal nachziehen, wenn es wärmer wird. Und zwar vor dem Kranen). Unnötig zu sagen, dass man an die Schlauchschellen kaum noch heran kam. Zum Glück war unser Sohn dabei, der durchtrainiert und schlangengleich in den Motorraum krabbelte. Held!</p>

<p>Das Boot kommt wieder an Land, wir dichten mit Pantera nach, das Boot soll wieder ins Wasser - und der Kran bleibt samt Boot einfach stehen und rührt sich nicht mehr. “Ich bin ein Gänseblümchen im Sonnenschein …” denke ich und frage vorsichtshalber bei Axel an, ob wir noch eine Nacht bleiben könnten - denn eigentlich wollten wir ja auf dem Boot bleiben. Nutzt ja nix.</p>

<p>Irgendwie bekommt der Hafenmeister den Kran wieder zum Laufen und das Boot kommt endlich ins Wasser.</p>

<p>Am Ende alles in Ordnung. Der dritte Versuch klappte, das Boot war dicht, der Hafenmeister blieb ruhig, wir bedankten uns mit Kuchen - und auch das verlorene Rigg fand sich noch in den tiefen der Bootshallen. Der Transporteur ist extra noch einmal alles durchgegangen und hat nach acht Jahren den Karton mit den fehlenden Teilen gefunden. Noch ein Held!</p>

<p>Abends fühlten wir uns sehr, sehr glücklich. Und wie durchgekaut &amp; ausgespuckt. Völlig erledigt. Was für ein Finale nach einem Jahr Refit!</p>

<h2 id="ende-gut">Ende gut</h2>

<p>Bis Mittwoch haben wir noch etwas Zeit. Wir reinigen alles, montieren noch ein neues Ankerlicht und den Geber vom Windmesser. Ziehen neue Leinen durch und fixen alle möglichen Dinge. Montieren die neuen (andere Geschichte, aber wir hatten neue Salinge für den Besan) Salinge und, siehe da? Gleiche Form, gleiche Bohrungen aber: sie passen nicht. Anscheinend sind die neuen doch etwas anders geformt - aber mit dem Akku-Winkelschleifer werden die Salinge passend gemacht.</p>

<p>Zum Masten stellen muss ich also wieder zum Kran in die Box - zum zweiten mal Langkieler, diesmal sogar mit etwas Wind. Kurz vor der Box ruft der Kranführer, dass ich rückwärts rein soll. Ist ja kein Ding, das Boot kenne ich ja mittlerweile wie meine <a href="/lille-svea/">Lille</a>. Fast jetzt.</p>

<p>Wider erwarten läuft alles glatt. Zurück in die Box, wir machen Getränke auf, alle möglichen Leute kommen vorbei und endlich stellt sich die Euphorie ein. Was für ein unglaublich schönes Gefühl, wenn man nach so langer Zeit und so viel Arbeit das Ergebnis <em>mit Masten</em> genießen kann. Ich fühle mich, wie ein Bürgermeister - und ganz nebenbei habe ich auch noch Geburtstag.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
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  </button></figure>

<h2 id="ansegeln">Ansegeln</h2>

<p>Die nächsten Tage fühlen sich nicht ganz so großartig an. Das Rigg muss noch gerichtet, das laufende Gut noch gespleißt und getakelt werden. Blöcke und dutzende andere Dinge fehlen noch, so dass wir jeden Tag zu Skips fahren und ein weiteres, längst nicht mehr vorhandenes Vermögen ausgeben müssen.</p>

<p>Ums verrecken bekommen wir es nicht hin, dass die Masten alle grade stehen. Der Besan hat einen fiesen Sprung nach achtern, er sieht einfach falsch aus. Der Großmast steht dafür leicht nach vorne geneigt, was man beides mit dem Genickstag, das ein Vorbesitzer wegoptimiert hat, ohne weiteres korrigieren könnte. Notiz an mich: Genickstag wieder montieren. ´</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
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  </button></figure>

<p>Tausend andere Dinge halten uns vom wohlverdienten ansegeln ab - aber davon will ich ein anderes mal berichten. Vielleicht. Auf jeden Fall unterschätzt man es total, was bei einem so alten und vor allem unbekannten Rigg alles noch zu tun ist und wie lange man daran basteln kann. Wir wollen es ja jetzt auch ordentlich machen, und dazu gehören eben auch diverse Spleißarbeiten.</p>

<p>Segeln können wir dann vielleicht morgen (vier Tage nach dem Masten stellen). Drückt uns die Daumen.</p>]]></content><author><name>Guido Steinacker</name><email>guido.steinacker@gmail.com</email></author><category term="Refit" /><summary type="html"><![CDATA[Der erste Krantermin nach einem Jahr im Refit]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://auguste-von-orust.de/assets/images/augustes-erster-krantermin/IMG_2703.jpeg" /><media:content medium="image" url="https://auguste-von-orust.de/assets/images/augustes-erster-krantermin/IMG_2703.jpeg" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry><title type="html">Fenster eindichten</title><link href="https://auguste-von-orust.de/2026/04/20/fenster-eindichten/" rel="alternate" type="text/html" title="Fenster eindichten" /><published>2026-04-20T21:01:51+00:00</published><updated>2026-04-20T21:01:51+00:00</updated><id>https://auguste-von-orust.de/2026/04/20/fenster-eindichten</id><content type="html" xml:base="https://auguste-von-orust.de/2026/04/20/fenster-eindichten/"><![CDATA[<p>Anfang März war es endlich soweit: Es ging ans zusammenbauen des Bootes! Als erstes waren die Fenster dran – und in diesem Artikel findest du eine detaillierte Beschreibung, wie wir dabei vorgegangen sind.</p>

<p>Weil es aber das erste Mal war, dass wir Fenster eingeklebt haben, haben wir bestimmt einiges falsch gemacht: Hinterlasse also gerne einen Kommentar mit Verbesserungsvorschlägen!</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
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  </button></figure>

<p>Im Sommer 2025 wurden die Rahmen demontiert, bevor der alte Lack mit Heißluftfön &amp; Kratzer entfernt wurde. So schön poliert wie auf dem Foto waren sie aber noch nicht: Ein Voreigner hatte sie mit einer metallfarbenen Tünche oder einem Aluminiumspray „lackiert“. Schön dick.</p>

<p>Wir rätseln noch immer, was den guten Mann dabei geritten hat.</p>

<h3 id="vorgeschichte">Vorgeschichte</h3>

<p>Das hier war in etwa der Zustand der Auguste, als wir sie im Juni 2025 übernahmen… Wenn ich die Fotos heute sehe, finde ich es ganz schön mutig, dass wir uns darauf eingelassen haben. Irgendwie haben wir über diese „Details“ hinwegsehen können und haben das Gute in der Auguste erkannt. Zum Glück war uns nicht klar, wieviel Stunden Arbeit wir uns mit diesem Projekt aufgehalst haben…</p>

<div class="gallery" style="--gallery-cols: 3;" data-lightbox-group=""><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/fenster-eindichten/6d127d48-03a2-4a0c-8d84-ed970ed65438.jpg" data-caption="">
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    </button></figure></div>

<p>Der Herr Voreigner war halt auch nicht mehr der Jüngste und jeder macht es, so gut er kann. Und wir haben uns ja darauf eingelassen. Selbst Schuld. Und wir würden es auch wieder genau so entscheiden.</p>

<p>Trotzdem, manche Dinge versteht man einfach nicht.</p>

<div class="figure-text figure-text--left" style="--figure-text-width: 12rem;">
  <figure class="figure-text__figure">
    <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/fenster-eindichten/img_0155.jpeg" data-caption="Was soll denn nur das Tape?" aria-label="Was soll denn nur das Tape? – Bild vergrößern">
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    </button><figcaption>Was soll denn nur das Tape?</figcaption></figure>
  <div class="figure-text__body">
    
<p>Dieses Bild ist beispielsweise exemplarisch dafür, wie sehr an Bord gepfuscht wurde. Wirklich ÜBERALL an Bord haben wir Tape gefunden. Innen, auf dem Holz sollte wahrscheinlich von außen eindringendes Wasser abgewehrt werden. Das Holz war allerdings 1A, keine Spuren von Nässe oder gar Rott. An anderen Stellen wurde das Tape noch zusätzlich durch größere Mengen Silikon(!) und Leak Hero(!!!) unterstützt. Einen halbvollen Topf dieser schmierigen Fettmasse haben wir noch irgendwo gefunden.</p>

  </div>
</div>

<h3 id="rahmen-fräsen">Rahmen fräsen</h3>

<p>Wie wir den alten Lack entfernt und neuen aufgebaut haben, haben wir <a href="/2025/09/29/neuaufbau-des-lacks/">an anderer Stelle</a> berichtet. Hier noch einmal die Stationen: vom schieren Holz über die gebeizte Oberfläche zum lackierten Ergebnis kurz vor Einbau der Fenster.</p>

<div class="gallery" style="--gallery-cols: 3;" data-lightbox-group=""><figure>
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    </button></figure><figure>
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    </button></figure><figure>
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      <img src="/assets/images/fenster-eindichten/img_4974.jpeg" alt="" loading="lazy" decoding="async" />
    </button></figure></div>

<p>Durch die frühere üble Behandlung war das Holz nicht überall wirklich eben. Durch das Schleifen wurde dann weitere Millemeter abgetragen, so dass wir vor dem Einsetzen der Fenster erstmal wieder mit einer Kantenfräse die Kante etwas vertiefen mussten.</p>

<p>Nicht weiter schwierig, es kostet nur einige Überwindung, weil man dabei besser keinen Scheiß bauen sollte. Abrutschen oder mit dem Fräser abkippen kommt einfach nicht gut.</p>

<p>Wir haben das vor dem Lackieren gemacht, um dann auch die Fensterlaibung wieder mit Lack zu versiegeln.</p>

<p>In unserem Fall sind die Rahmen D-förmige Edelstahl-Profile, deren Rückseite vollkommen plan sind. Dichten mit Kompriband oder ähnlichem hörte sich für uns daher nicht richtig an. Butyl haben wir noch in Erwägung gezogen, das hinterlässt im Sommer allerdings manchmal Spuren, wenn das Butyl bei Wärme sehr weich wird.</p>

<p>Wir entschieden uns nach einigem hin- und her für die „klassische“ Variante: Einkleben mit Pantera.</p>

<h3 id="fenster-einpassen">Fenster einpassen</h3>

<p>Als erstes müssen jetzt die Fenster richtig positioniert werden. Möglicherweise gibt es von Scheibe zu Scheibe leichte unterschiede, auf jeden Fall aber müssen wir sicherstellen, dass die Scheibe in dem frisch gefrästen Rahmen auch richtig sitzt.</p>

<p>Wir positionieren die Scheiben also und fixieren sie mit zwei bis drei kleinen Nägeln. Diese bleiben auch später im Holz, wenn wir die Scheiben in ein Bett aus Pantera stellen, damit sie nicht sofort nach unten sacken. Damit sie an Ort und Stelle bleiben können, müssen wir sie so tief versenken, dass die Rahmen plan auf dem Holz aufliegen.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/fenster-eindichten/f18a4e7f-c743-4b0b-9b75-3d54dfca6d20_1_105_c-1.jpeg" data-caption="" aria-label="Bild vergrößern">
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  </button></figure>

<h3 id="abkleben--vorbereiten">Abkleben &amp; Vorbereiten</h3>

<p>Wenn man etwas Übung hat, kann man auch mal lackieren, ohne anzukleben. Hier wäre das allerdings mutig. Zunächst muss der Rahmen abgeklebt werden. Dann wird der Rahmen aufgesetzt und kurz fixiert. Anschließend wird mit einem Cutter vorsichtig das Abklebeband rund um den Rahmen eingeschnitten. Den Lack dabei schonen, nur das Klebeband anritzen.</p>

<p>Anschließend den Rahmen wieder herunternehmen und das Klebeband innen abpiddeln. Auf der Innenseite des Rahmens kann man es etwas lockerer angehen lassen: Von dem Glas lässt sich Pantera ganz gut entfernen.</p>

<div class="gallery" style="--gallery-cols: 3;" data-lightbox-group=""><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/fenster-eindichten/img_4984.jpeg" data-caption="">
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    </button></figure><figure>
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    </button></figure><figure>
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    </button></figure><figure>
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    </button></figure><figure>
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      <img src="/assets/images/fenster-eindichten/img_4990.jpeg" alt="" loading="lazy" decoding="async" />
    </button></figure></div>

<p>Scheibe und Rahmen fertig ausgerichtet vor das jeweilige Fenster legen. Wenn man erst einmal mit dem Pantera zugange war, möchte man nicht mehr herumprobieren, wie der Rahmen denn jetzt passt.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/fenster-eindichten/img_2114.jpeg" data-caption="" aria-label="Bild vergrößern">
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  </button></figure>

<p>Alles ist abgeklebt und fertig zum einkleben. Vorher noch eine kleine Pause, Kaffee und durchstarten! Der folgende Teil erfordert:</p>

<ul>
  <li>viel Papier,</li>
  <li>einen großen Mülleimer,</li>
  <li>eine Großpackung Einweghandschuhe,</li>
  <li>WD40 und</li>
  <li>sehr viel Geduld!</li>
</ul>

<blockquote>
  <p><em>Tipp 1:</em> Ständig die Handschuhe wechseln. Damit vermeidet man, alles und jeden mit der Schmatze zu verzieren.</p>
</blockquote>

<blockquote>
  <p><em>Tipp 2:</em> Das WD40 braucht man, um Pantera-Flecken zu entfernen. Von der Scheibe, vom Holz, von der Hand, von allem, was man berührt hat.</p>
</blockquote>

<p>Das WD40 eine Hilfe sein könnte, hat uns übrigens <a href="https://bruhn-gaspruefung.de">Herr Bruhn</a> verraten: Reichlich auf den Finger geben, dann kann man damit beispielsweise mit Sika oder Pantera eine schöne, glatte Hohlkehle ziehen. Oder eben von allen möglichen unpassenden Stellen entfernen.</p>

<blockquote>
  <p><em>Tipp:</em> Für die Kartusche sollte man sich eine gute Kartuschenpresse verwenden. Die billigen Baumarkt-Dinger sind einfach zu weich. Lieber einmal ein paar Euro mehr ausgeben. Wie immer.</p>
</blockquote>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/fenster-eindichten/img_4991.jpeg" data-caption="" aria-label="Bild vergrößern">
    <img src="/assets/images/fenster-eindichten/img_4991.jpeg" alt="" loading="lazy" decoding="async" />
  </button></figure>

<p>Eingeklebt (und damit eingedichtet) werden Scheiben und Rahmen (bei uns) mit Pantera Marine Sealant 3000/60.</p>

<p>An der Dichtmasse darf man hier nicht sparen: sonst entstehen im besten Fall unschöne Löcher und Hohlräume auf der Innenseite, im schlimmsten Fall undichte Stellen. Nimmt man allerdings zu viel davon, hat man hinterher die Arbeit, den überschüssigen Kleber zu entfernen. Das kann man aber sowieso nicht vermeiden, von daher: NICHT AN DER SCHMATZE SPAREN!</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
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  </button></figure>

<p>Mit einem Sauggriff kann nun die Scheibe im Panterabett positioniert werden, ohne das Pantera zu verschmieren und auch die Finger bleiben zunächst sauber.</p>

<p>Die kleinen Nägel sind jetzt die Voraussetzung dafür, dass die Scheibe bleibt, wo sie hingehört.</p>

<p>Beim Einsetzen sieht man schon, ob überall etwas Pantera hervorquillt.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
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  </button></figure>

<p>Jetzt steht die Scheibe auf den Nägelchen und liegt in einem Bett aus Pantera.</p>

<p>Eventuell haben wir an dieser Stelle einen Fehler gemacht, als wir direkt im nächsten Schritt den Rahmen aufgeklebt haben – Zumindest haben wir gehört, dass man das jetzt erstmal aushärten lassen sollte. Im Herbst wissen wir mehr.</p>

<p>Wir haben jedenfalls nochmal reichlich(!) Pantera um die eingesetzte Scheibe aufgetragen, um jetzt direkt den Rahmen aufzusetzen und zu verschrauben.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/fenster-eindichten/img_4997.jpeg" data-caption="" aria-label="Bild vergrößern">
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  </button></figure>

<p>Der Rahmen muss wirklich überall gut eingedichtet sein. Da die Aussenhaut unseres (alten, öfter mal geschliffenen, leider auch mal geflexten) Holzes nicht überall perfekt eben ist, müssen auch leichte Unebenheiten ausgeglichen werden: Nicht überall liegen die Rahmen vollkommen Plan auf dem Aufbau.</p>

<p>Mit einem Mundspatel oder kleinen Spachtel wird jetzt die Schmatze schön gleichmäßig verteilt.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/fenster-eindichten/img_4999.jpeg" data-caption="" aria-label="Bild vergrößern">
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  </button></figure>

<p>Ungefähr so sieht dass dann aus. Letzte Kontrolle, ob überall genug Masse ist.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/fenster-eindichten/img_5001.jpeg" data-caption="" aria-label="Bild vergrößern">
    <img src="/assets/images/fenster-eindichten/img_5001.jpeg" alt="" loading="lazy" decoding="async" />
  </button></figure>

<p>Jetzt kommt der Rahmen. Schraubendreher, Akkuschrauber mit passendem Bit, Schrauben – alles ist vorbereitet. Dass die Schrauben in den alten Löchern noch greifen, haben wir vorher ausprobiert. Wirklich perfekt hielten sie nicht überall – aber der Rahmen wird ja nicht nur durch die Schrauben gehalten – und wir haben viele davon.<br />
Falls es nicht mehr reicht: vorher mit Epoxy zuspachteln, schleifen, neue Löcher vorbohren. Größere Schrauben dürften in der Regel nicht gut in den Rahmen passen</p>

<p>Als nächstes werden die Fensterrahmen verschraubt. Schrauben mit Handschuhen einsetzen ist nicht so leicht, daher geht es nach der ersten Schraube ohne weiter. Keine Sorge: schon wenige Tage später hat man wieder annähernd saubere Finger 🙂 Die Nägel dauern länger.</p>

<blockquote>
  <p>Tipp: Seiner Frau eine umfangreiche Maniküre bei der Kosmetikerin ihrer Wahl spendieren. Und bevor ich mir hier Machismus vorwerfen lassen muss: Der Tip kommt von Judith.</p>
</blockquote>

<p>Das schwierigste ist hier übrigens, die ersten zwei der jetzt zugekleisterten alten Bohrlöcher wiederzufinden. Vielleicht sollte man sie vorher mit einer Nadel markieren. Vielleicht muss man auch einfach suchen.</p>

<div class="gallery" style="--gallery-cols: 3;" data-lightbox-group=""><figure>
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    </button></figure><figure>
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    </button></figure><figure>
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    </button></figure></div>

<figure class="inline-image inline-image--center">
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  </button></figure>

<p>Die überschüssige Schmatze mit einem Spachtel, Mundspatel oder ähnlichem abziehen und eine schöne Hohlkehle ziehen.</p>

<p>Das Abklebeband sollte man jetzt entfernen.</p>

<p>Die Chancen stehen dabei ungefähr fünfzig zu eins, dass man jetzt einen verschmierten Rahmen und ein paar Flecken auf Lack und Scheibe hat. Wenn Du das besser hinbekommst, wäre ich für Tips dankbar!</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/fenster-eindichten/img_5015.jpeg" data-caption="" aria-label="Bild vergrößern">
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  </button></figure>

<p>Je nachdem, wie gut man die nötige Menge Pantera abgeschätzt hat, kann das jetzt in eine längere, schmierige Sauerei ausarten, bis alles wieder sauber ist. Das ist aber immer noch besser – viel besser – als die Alternative: zu wenig Pantera und ein leckendes Fenster nach all der Arbeit.</p>

<p>Auf der Innenseite haben wir es übrigens anders gehandhabt: Dort haben wir den Kleber aushärten lassen und sind dann mit einem Cutter einmal um den Rahmen herum. Hört sich gut an, klappte aber nur so halbwegs, denn Pantera ist wirklich zäh und hartnäckig. Mit einem Ceranfeld-Reiniger und einiger Geduld hat meine Frau es aber ziemlich gut hinbekommen. Ich könnte sowas nicht, ich werde dabei wahnsinnig.</p>

<p>Warum haben wir das nicht auch außen so gemacht? Weil man dann mit dem Cutter in den Lack geschnitten hätte. Das klang für uns nach keiner guten Idee. Ist aber gut möglich, dass man zumindest auf der Innenseite des Rahmens besser damit fährt.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/fenster-eindichten/img_5021.jpeg" data-caption="" aria-label="Bild vergrößern">
    <img src="/assets/images/fenster-eindichten/img_5021.jpeg" alt="" loading="lazy" decoding="async" />
  </button></figure>

<p>„Und schon…“</p>

<p>Das Boot sieht gleich ganz anders aus und ein Meilenstein ist erreicht.</p>

<p>An dieser Stelle möchte ich noch einmal die <a href="/2025/12/14/die-alte/">Beste Bordfrau von Allen</a> erwähnen, die bei dieser schmierigen Angelegenheit die Ruhe bewahrt hat. Und die nun mal die bessere Handwerkerin ist, der Wahrheit ist’s geschuldet. Insgesamt zwölf Fenster hat sie ganz alleine eingeklebt, während ich mir andere Aufgaben weitab von diesem fummeligen Mist gesucht habe. Ungefähr anderthalb Stunden hat es bei den ersten Fenstern gedauert, später ging es besser von der Hand.</p>

<p>Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit dem Ergebnis und ob sie dicht sind, werden wir schon in Kürze beurteilen können. Und das eine Salonfenster, das jetzt offensichtlich schief sitzt, war bestimmt auch schon vorher schief – denn wir haben ja die selben Bohrlöcher verwendet.</p>

<p>Vielleicht korrigieren wir das irgendwann. „Wir“.</p>]]></content><author><name>Guido Steinacker</name><email>guido.steinacker@gmail.com</email></author><category term="Refit" /><summary type="html"><![CDATA[Schritt für Schritt: Wie wir die zwölf Fenster der Auguste ausgebaut, aufgearbeitet und wieder eingeklebt haben.]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://auguste-von-orust.de/assets/images/fenster-eindichten/img_5021.jpeg" /><media:content medium="image" url="https://auguste-von-orust.de/assets/images/fenster-eindichten/img_5021.jpeg" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry><title type="html">Alte Borddurchlässe verschließen</title><link href="https://auguste-von-orust.de/2026/03/21/alte-borddurchlasse-verschliesen/" rel="alternate" type="text/html" title="Alte Borddurchlässe verschließen" /><published>2026-03-21T14:27:35+00:00</published><updated>2026-03-21T14:27:35+00:00</updated><id>https://auguste-von-orust.de/2026/03/21/alte-borddurchlasse-verschliesen</id><content type="html" xml:base="https://auguste-von-orust.de/2026/03/21/alte-borddurchlasse-verschliesen/"><![CDATA[<p>Wenn man ein altes Boot überholt, findet man gelegentlich Dinge, über die man sich doch ein wenig wundert. Eine solche Stelle war die alte Logge, die an Steuerbord eingelassen war.</p>

<p>Was wir schon bei der Übergabe gesehen haben: Einer der Durchlässe an Bord war zugespachtelt. Merkwürdig. Das müsste doch die Logge sein? Wie geht denn das? Von innen steckte sie nämlich noch. Eigentlich waren wir gerade mit <a href="/2025/09/29/neuaufbau-des-lacks/">einer anderen Baustelle</a> beschäftigt, die Seeventile wollten wir irgendwann später angehen – erstmal den Lack, solange es noch warm genug zum lackieren ist.</p>

<p>Als wir die Logge dann herauszogen, wurde schnell klar, was passiert ist: Das Laufrad der Logge ist – vielleicht beim Kranen? – abgebrochen. Statt Rädchen oder Loggeber zu ersetzen, wurde dann mit irgendeinem Spachtel die Öffnung unten verschlossen. Wobei „verschlossen“ das falsche Wort ist…</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/img_1103.jpeg" data-caption="" aria-label="Bild vergrößern">
    <img src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/img_1103.jpeg" alt="" loading="lazy" decoding="async" />
  </button></figure>

<p>…so richtig dicht war das nämlich nicht. Und mit nur etwas piddeln ließ sich der Proppen auch vollständig entfernen. Gut, dass die Logge noch steckte…</p>

<p>Nun gut. Wir hatten auch noch eine zweite Baustelle: In der Party gab es noch einen Durchlass, den wir ebenfalls verschließen wollten – und wenn man schon mal dabei ist…</p>

<p>Axel hatte uns zuvor bereits mit einer Flex die alten Borddurchlässe entfernt: von außen geht das relativ einfach. Wie wir die anderen Borddurchlässe dann samt Seeventilen erneuert haben, ist hier dokumentiert: <a href="/2025/11/20/seeventile-tauschen/">Borddurchlässe &amp; Seeventile tauschen</a>.</p>

<div class="gallery" style="--gallery-cols: 3;" data-lightbox-group=""><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/img_1373.jpeg" data-caption="">
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    </button></figure><figure>
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    </button></figure><figure>
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      <img src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/img_1413.jpeg" alt="" loading="lazy" decoding="async" />
    </button></figure></div>

<p>Zum Verschließen der überflüssigen Öffnungen hat sich die <a href="/2025/12/14/die-alte/">Beste Bordfrau von Allen</a> die Flex mit einer 80er Fächerscheibe genommen (Mit einem Exzenter wird es „ein wenig“ länger dauern), und großzügig kegelförmig angeschäftet.</p>

<p>Großzügig heißt hier: Im Verhältnis von 1:12 zur Rumpfstärke. Bei uns sind das etwa 18mm, woraus sich knapp 22cm Schäftung ergeben.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/e912b970-651f-4974-b350-84c533178080_1_105_c.jpeg" data-caption="" aria-label="Bild vergrößern">
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  </button></figure>

<p><em>Besser wäre ein Einmal-Anzug. Die Glasfaser bekommt man kaum noch aus den Klamotten raus.</em> Auch ein besserer Atemschutz wäre mehr als empfehlenswert….</p>

<p>Verschlossen wird das Ganze dann mit einigen passend zugeschnittenen Glasfasergelegen. Für den Zuschnitt haben wir uns eine spezielle, für Glasfaser geeignete Schere ausgeliehen. Mit einer handelsüblichen Schere geht es auch irgendwie – aber die kann man hinterher wegwerfen.</p>

<div class="gallery" style="--gallery-cols: 3;" data-lightbox-group=""><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/976b6cd4-3ce1-4c6b-8da5-134b5bf1cb5f_1_105_c.jpeg" data-caption="Passende, immer kleiner werdende Stücke zuschneiden.">
      <img src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/976b6cd4-3ce1-4c6b-8da5-134b5bf1cb5f_1_105_c.jpeg" alt="Passende, immer kleiner werdende Stücke zuschneiden." loading="lazy" decoding="async" />
    </button><figcaption>Passende, immer kleiner werdende Stücke zuschneiden.</figcaption></figure><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/135b1316-8baf-4f10-9968-9d6610cde993_1_105_c.jpeg" data-caption="Gut mit Epoxy tränken. Mit zwei Spachteln geht das am besten.">
      <img src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/135b1316-8baf-4f10-9968-9d6610cde993_1_105_c.jpeg" alt="Gut mit Epoxy tränken. Mit zwei Spachteln geht das am besten." loading="lazy" decoding="async" />
    </button><figcaption>Gut mit Epoxy tränken. Mit zwei Spachteln geht das am besten.</figcaption></figure><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/34b3761d-7ade-4079-977e-148391fd14bb_1_105_c.jpeg" data-caption="Nach und nach entsteht ein kegelförmiger Proppen, der in etwa in die Schäfftung passt">
      <img src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/34b3761d-7ade-4079-977e-148391fd14bb_1_105_c.jpeg" alt="Nach und nach entsteht ein kegelförmiger Proppen, der in etwa in die Schäfftung passt" loading="lazy" decoding="async" />
    </button><figcaption>Nach und nach entsteht ein kegelförmiger Proppen, der in etwa in die Schäfftung passt</figcaption></figure></div>

<p>Zum laminieren haben wir uns ein Brett mit Plastikfolie überzogen. Darauf haftet das Epoxy nicht. Plastik ist überhaupt das Schlüsselwort: Beim Laminieren stellt man sich am besten direkt eine Packung Einmalhandschuhe parat und wechselt die Handschuhe ständig, um nicht alles, was man anfasst einzusauen.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/97a7e369-6c3d-462c-8134-e48883b4de14_1_105_c.jpeg" data-caption="" aria-label="Bild vergrößern">
    <img src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/97a7e369-6c3d-462c-8134-e48883b4de14_1_105_c.jpeg" alt="" loading="lazy" decoding="async" />
  </button></figure>

<p>Wir haben ein mittelschweres Bidiagonalgelege verwendet, etwa 280g/qm. Die Anzahl der benötigten Lagen ergibt sich aus dem Datenblatt und dürfte bei etwa drei Lagen pro Millimeter liegen. Hier sollte man nicht sparen… Alles was man zu wenig hat, muss man hinterher spachteln – alles was zuviel ist, wird weggeschliffen.</p>

<div class="gallery" style="--gallery-cols: 3;" data-lightbox-group=""><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/ad42c9fe-dd7f-4c71-997e-dce01aaaf80e_1_105_c.jpeg" data-caption="">
      <img src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/ad42c9fe-dd7f-4c71-997e-dce01aaaf80e_1_105_c.jpeg" alt="" loading="lazy" decoding="async" />
    </button></figure><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/a15aeacc-9a49-4ee1-b753-69a53b9523a7_1_105_c.jpeg" data-caption="">
      <img src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/a15aeacc-9a49-4ee1-b753-69a53b9523a7_1_105_c.jpeg" alt="" loading="lazy" decoding="async" />
    </button></figure><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/bda601f6-558a-4721-8ddb-bb59f5a008f4_1_105_c.jpeg" data-caption="">
      <img src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/bda601f6-558a-4721-8ddb-bb59f5a008f4_1_105_c.jpeg" alt="" loading="lazy" decoding="async" />
    </button></figure><figure>
    <button type="button" class="gallery-item" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/cdd6b031-6b97-4690-9473-4468ea2261f6_1_105_c.jpeg" data-caption="">
      <img src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/cdd6b031-6b97-4690-9473-4468ea2261f6_1_105_c.jpeg" alt="" loading="lazy" decoding="async" />
    </button></figure></div>

<p>Auch zum aufbringen des Paketes sind Brett und Spachtel hilfreich. Das Epoxy ist zäh genug, dass der ganze Gammel anschließend nicht nach unten läuft. Abreißgewebe drauf und aushärten lassen…</p>

<p>Am nächsten Tag sah das Ergebnis dann so aus:</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/e13e4260-831e-4fd5-864b-162c0ce3fc63_1_105_c.jpeg" data-caption="" aria-label="Bild vergrößern">
    <img src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/e13e4260-831e-4fd5-864b-162c0ce3fc63_1_105_c.jpeg" alt="" loading="lazy" decoding="async" />
  </button></figure>

<p>Einmal glatt schleifen, und dann mit Epoxy-Spachtel in Erdnussbutter-Konsistenz (also etwas zäher als im Bild) verspachteln. Dann wieder Abreißgewebe, schleifen und bei Bedarf erneut spachteln. Wir waren danach erstmal zufrieden.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/8c098dbc-e677-4315-b92f-c51ca0f76ebd_1_102_o.jpeg" data-caption="" aria-label="Bild vergrößern">
    <img src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/8c098dbc-e677-4315-b92f-c51ca0f76ebd_1_102_o.jpeg" alt="" loading="lazy" decoding="async" />
  </button></figure>

<p>Um anschließend Antifouling aufbringen zu können, haben wir noch drei Schichten Epoxy mit „Barrier Coat“ aufgetragen. Das ist vermutlich etwas übertrieben, weil darunter ja Epoxy war und kein Gelcoat – aber wir hatten es halt da…</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/f5648786-f844-4c32-82a2-0d977e6bf7f1_1_105_c.jpeg" data-caption="" aria-label="Bild vergrößern">
    <img src="/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/f5648786-f844-4c32-82a2-0d977e6bf7f1_1_105_c.jpeg" alt="" loading="lazy" decoding="async" />
  </button></figure>

<p>Alles wieder glattgeschliffen – und Ostern bekommt die Auguste dann zwei frische Lagen Antifouling.</p>]]></content><author><name>Guido Steinacker</name><email>guido.steinacker@gmail.com</email></author><category term="Refit" /><category term="Rumpf" /><summary type="html"><![CDATA[Löcher im GFK Rumpf zu verschließen ist nicht weiter schwer, wie wir hier zeigen.]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://auguste-von-orust.de/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/8c098dbc-e677-4315-b92f-c51ca0f76ebd_1_102_o.jpeg" /><media:content medium="image" url="https://auguste-von-orust.de/assets/images/alte-borddurchlasse-verschliesen/8c098dbc-e677-4315-b92f-c51ca0f76ebd_1_102_o.jpeg" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry><title type="html">Pinsel oder Rolle?</title><link href="https://auguste-von-orust.de/2026/03/21/pinsel-oder-rolle/" rel="alternate" type="text/html" title="Pinsel oder Rolle?" /><published>2026-03-21T12:22:23+00:00</published><updated>2026-03-21T12:22:23+00:00</updated><id>https://auguste-von-orust.de/2026/03/21/pinsel-oder-rolle</id><content type="html" xml:base="https://auguste-von-orust.de/2026/03/21/pinsel-oder-rolle/"><![CDATA[<p>Um einen Klarlack auf das Holz zu bringen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:</p>

<ol>
  <li>Einen guten Lackpinsel für den Auftrag verwenden und anschließend mit einem Schaumpinsel verschlichten, um Luftbläschen auszustreichen.</li>
  <li>Anstelle des Pinsels eine hochwertige Rolle verwenden, die möglichst ein abgerundetes Ende hat. Anschließend wieder mit Pinsel oder Schaumpinsel verschlichten.</li>
  <li>Spritzen natürlich – aber das lasse ich hier mal außen vor, da fehlen mir die Erfahrungen und das Equipment.</li>
</ol>

<p>Die Tage ist mir das (leider nur englischsprachige) Buch „Brightwork – The Art of Finishing Wood“ von Rebecca Wittman in die Hände gefallen.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/pinsel-oder-rolle/967283a0-2404-45f1-9863-523d0c596a1d.jpg" data-caption="" aria-label="Bild vergrößern">
    <img src="/assets/images/pinsel-oder-rolle/967283a0-2404-45f1-9863-523d0c596a1d.jpg" alt="" loading="lazy" decoding="async" />
  </button></figure>

<p>Wittman empfiehlt darin eine weitere Variante: Die Applikation direkt mit einem hochwertigen Schaumpinsel wie zum Beispiel dem Jen Manufacturing „Poly-Brush“.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/pinsel-oder-rolle/img_2265.jpeg" data-caption="Jen Manufacturing Orginal Poly-Brush kosten etwa 1,25€ pro Stück" aria-label="Jen Manufacturing Orginal Poly-Brush kosten etwa 1,25€ pro Stück – Bild vergrößern">
    <img src="/assets/images/pinsel-oder-rolle/img_2265.jpeg" alt="Jen Manufacturing Orginal Poly-Brush kosten etwa 1,25€ pro Stück" loading="lazy" decoding="async" />
  </button><figcaption>Jen Manufacturing Orginal Poly-Brush kosten etwa 1,25€ pro Stück</figcaption></figure>

<p>Der Schaumpinsel wird zu einem drittel eingetunkt, kurz abgestreift und dann langsam und mit wenig Druck über das Holz gezogen. Sobald der Pinsel gut getränkt ist, bekommt man auf diese Weise eine wunderbar gleichmässige Oberfläche zustande, die perfekt verläuft.</p>

<p>Zu sehr Druck ausüben darf man dabei natürlich nicht, da man dann sofort Schaumbläschen erzeugen würde oder zumindest zu viel Lack auf’s Holz bekäme.</p>

<p>Ich bin mitterweile von dieser Variante vollkommen überzeugt. Gerade für Leute mit wenig Übung (wie mich) ist es auf diese Weise leichter, die „richtige“ und vor allem gleichmässige Menge Lack aufzutragen als mit Rolle – und viel einfacher als mit dem Pinsel. Natürlich habe ich nicht so viel Übung wie ein Profi – aber das geht ja auch anderen so.</p>

<p>Wiederverwenden lassen sich die Schaumpinsel natürlich nicht – aber dafür spart man sich auch die Verdünnung zum Reinigen und vor allem den Aufwand.</p>

<p>Bei 2K Lacken wird man bald merken, dass der Pinsel recht weich wird – hier braucht man je nach Fläche dann mehr als einen Pinsel pro Schicht.</p>]]></content><author><name>Guido Steinacker</name><email>guido.steinacker@gmail.com</email></author><category term="Refit" /><category term="Lack" /><summary type="html"><![CDATA[Warum ein wirklich guter Schaumpinsel beim Klarlack-Auftrag besser funktioniert als Rolle oder Pinsel.]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://auguste-von-orust.de/assets/images/pinsel-oder-rolle/img_2265.jpeg" /><media:content medium="image" url="https://auguste-von-orust.de/assets/images/pinsel-oder-rolle/img_2265.jpeg" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry><title type="html">Der Name</title><link href="https://auguste-von-orust.de/2026/01/12/der-name/" rel="alternate" type="text/html" title="Der Name" /><published>2026-01-12T15:35:03+00:00</published><updated>2026-01-12T15:35:03+00:00</updated><id>https://auguste-von-orust.de/2026/01/12/der-name</id><content type="html" xml:base="https://auguste-von-orust.de/2026/01/12/der-name/"><![CDATA[<p>Als ich das Boot <a href="/2025/11/22/kopenhagen-eine-art-tornbericht/">übernahm</a>, hieß sie bereits Auguste. Früher hieß es mal Angie, nach unserer Kanzlerin. Die fiel dann aber in Ungnade (die Kanzlerin, nicht das Boot), also wurde Angie umbenannt in Auguste. Danach hatte das Boot dann keine gute Zeit mehr – das aber auf die Namensänderung zu schieben, wäre bestimmt übertrieben.</p>

<p>Ich hätte das Boot umbenennen können. Es gibt Rituale dafür – man muss den alten Namen aus dem „Ledger of the Deep“ streichen lassen, Neptun um Erlaubnis bitten, am besten bei Vollmond mit sehr teurem Champagner. Mehrfach das eigene Kielwasser kreuzen und dergleichen mehr. Manche Segler schwören, dass ein umbenanntes Boot trotzdem Pech bringt.</p>

<p>Ich bin ja nicht abergläubisch. Aber man weiß ja nie.</p>

<p>Dass wir den Namen beibehalten, hat aber natürlich einen ganz anderen Grund: Der Name passt. Er klingt wie das Boot ist – ein wenig altmodisch, aus der Zeit gefallen. Aber auch klassisch und elegant. Der Name einer ehrwürdigen Dame.</p>

<p>Erhaben, ehrwürdig, majestätisch: Das ist die Bedeutung des lateinischen „Augustus“. Namengebend für einen römischen Kaiser, den schönsten Monat des Jahres (abgesehen vom Mai – aber das ist eine andere Geschichte) und nun auch das schönste Boot, das ich je segeln durfte.</p>

<p>Und weil der Name so schön passt, müssen wir das Risiko, es uns mit Neptun zu verscherzen, auch gar nicht eingehen. Als Skipper ist man ja auf alle Eventualitäten vorbereitet und stets auf die Sicherheit bedacht!</p>

<p>Aber irgendetwas fehlte trotzdem noch.</p>

<p><strong>Die Adelung</strong></p>

<p>Auguste gefiel uns als Name eigentlich gut – und doch suchten wir eine Weile lang nach Alternativen. Namen wir ‚Nordstern‘ oder ‚Westwind‘ gingen mir durch den Kopf – aber es fehlte die emotionale Verbindung.</p>

<p>Bei der Recherche zu der Geschichte der Vindö (siehe <a href="/2025/12/12/es-war-einmal/">Es war einmal…</a>) bin ich dann auf viele Verbindungen zu anderen großartigen Werften wie Halberg Rassy, Najad, Malö und auch Henningsen Steckmest (<a href="https://scalaryachten.de">Scalar</a>, deutsche Werft in allerbester Tradition) gestoßen – und auch auf die Bezeichnung „Orust-Boote“, als Sammelbegriff für diese Boote: Handwerklich ausgesprochen solider, seetüchtiger Bootsbau mit Fokus auf Langfahrttauglichkeit. GFK Handlaminate, oft überdimensionierte Konstruktionen, gute Seeeigenschaften für die raue schwedische Westküste.</p>

<p>Elf Jahre lang durfte ich eine <a href="/lille-svea/">Fellowship</a> lieben und pflegen. Ganz sicher auch kein billiger Yoghurtbecher – aber als ich mich <a href="/refit-2025-26/">durch die Innereien</a> meiner Auguste gearbeitet habe, war ich dann doch einigermaßen beeindruckt von der handwerklichen Qualität des Bootes.</p>

<p>Meiner Frau (<a href="/2025/12/14/die-alte/">Die Alte</a>) ging es ganz ähnlich. Hunderte Stunden die Hand am Holz – das sorgt für eine tiefe Beziehung zum Boot und zu Respekt vor den Menschen, die es gebaut haben. Irgendwann entstand dann aus einem Gespräch mit einem anderen Segler die Idee, den Namen zwar beizubehalten, das Boot aber mit einem Namenszusatz zu adeln: <em>Auguste von Orust</em>. Als Verbeugung an die Handwerker dieser Insel.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/auguste-von-orust/auguste-von-orust.png" data-caption="" aria-label="Bild vergrößern">
    <img src="/assets/images/auguste-von-orust/auguste-von-orust.png" alt="" loading="lazy" decoding="async" />
  </button></figure>

<p><strong>PS.:</strong></p>

<p>Eine Vindö ist als schwedisches Schiff ja der nordischen Sagenwelt ohnehin näher, als der römisch/griechischen Mythologie.</p>

<p><em>Rasmus</em> ist, anders als Neptun, eine Figur aus der <em>skandinavischen</em> Seemannsfolklore. „Gamle Rasmus“ oder einfach „Rasmus“ war unter dänischen, schwedischen und norwegischen Seeleuten eine volkstümliche Personifikation des Meeres. Wenn das Wetter umschlug, sagte man, Rasmus sei schlecht gelaunt. Der Name taucht in Redewendungen auf wie „Rasmus ist heute wild“ für stürmische See.</p>

<p>Ob auch <em>Gamle Rasmus</em> etwas gegen das umbenennen von Booten einzuwenden hat, dazu konnte ich nichts finden. Ist aber auch egal, weil wir die Auguste ja nur adeln wollen – und weil ich ja gar nicht abergläubisch bin…</p>]]></content><author><name>Guido Steinacker</name><email>guido.steinacker@gmail.com</email></author><category term="Boot" /><summary type="html"><![CDATA[Wie aus Auguste die Auguste von Orust wurde – und warum eine Umbenennung nie in Frage kam.]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://auguste-von-orust.de/assets/images/auguste-von-orust/auguste-von-orust.png" /><media:content medium="image" url="https://auguste-von-orust.de/assets/images/auguste-von-orust/auguste-von-orust.png" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry><title type="html">Augustes erstes Weihnachten</title><link href="https://auguste-von-orust.de/2025/12/24/augustes-erstes-weihnachten/" rel="alternate" type="text/html" title="Augustes erstes Weihnachten" /><published>2025-12-24T13:03:41+00:00</published><updated>2025-12-24T13:03:41+00:00</updated><id>https://auguste-von-orust.de/2025/12/24/augustes-erstes-weihnachten</id><content type="html" xml:base="https://auguste-von-orust.de/2025/12/24/augustes-erstes-weihnachten/"><![CDATA[<p>Heiligabend in der Halle. Ein Blechstall am Rand von Gelting, am Ausgang der Flensburger Förde. Ungeheizt, undicht, zugig an den Ecken. Drinnen riecht es nach Lösungsmitteln, Öl und altem Holz. Unsere kleine Werft. Die <a href="/auguste-von-orust/">Auguste</a> liegt auf ihrem Bock wie in einer Krippe – nicht gerade in Windeln gewickelt, eher unter Abdeckplane gegen das Wasser, das bei starkem Regen seinen Weg durch das Dach in unser Boot findet. Da liegt sie nun und wartet. <a href="/refit-2025-26/">Auf Erlösung</a>, nach acht Jahren Hallenlager, könnte man sagen – wenn man zu viel Glühwein hatte.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/augustes-erstes-weihnachten/maximalfocus-sQ7TrhHRAdQ-unsplash.jpg" data-caption="Foto von &lt;a href=&#39;https://unsplash.com/de/@maximalfocus?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText&#39;&gt;Maximalfocus&lt;/a&gt; auf &lt;a href=&#39;https://unsplash.com/de/fotos/eine-person-die-ein-mit-flussigkeit-gefulltes-weinglas-halt-sQ7TrhHRAdQ?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText&#39;&gt;Unsplash&lt;/a&gt;" aria-label="Foto von &lt;a href=&#39;https://unsplash.com/de/@maximalfocus?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText&#39;&gt;Maximalfocus&lt;/a&gt; auf &lt;a href=&#39;https://unsplash.com/de/fotos/eine-person-die-ein-mit-flussigkeit-gefulltes-weinglas-halt-sQ7TrhHRAdQ?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText&#39;&gt;Unsplash&lt;/a&gt; – Bild vergrößern">
    <img src="/assets/images/augustes-erstes-weihnachten/maximalfocus-sQ7TrhHRAdQ-unsplash.jpg" alt="Foto von &lt;a href='https://unsplash.com/de/@maximalfocus?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText'&gt;Maximalfocus&lt;/a&gt; auf &lt;a href='https://unsplash.com/de/fotos/eine-person-die-ein-mit-flussigkeit-gefulltes-weinglas-halt-sQ7TrhHRAdQ?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText'&gt;Unsplash&lt;/a&gt;" loading="lazy" decoding="async" />
  </button><figcaption>Foto von <a href="https://unsplash.com/de/@maximalfocus?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Maximalfocus</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/fotos/eine-person-die-ein-mit-flussigkeit-gefulltes-weinglas-halt-sQ7TrhHRAdQ?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></figcaption></figure>

<p>Wir sind nicht Maria und Josef. Wir sind die Pilger, die am Heiligen Abend zu einer Blechhalle wandern, um einem Boot zu huldigen. Keine Heiligen Drei Könige, keine drei Weisen. Eher zwei mäßig Kluge aus dem Abendland, die sich lieber ein altes Boot herrichten als für einen niedrigeren Preis ein neueres fertig zu erwerben. <a href="/2025/11/22/kopenhagen-eine-art-tornbericht/">Und es wieder so entscheiden würden</a>. Aber immerhin: Wir haben Glühwein dabei. Und Spekulatius. Und Jule, unseren Cocker und Bordhund: sie kuschelt sich derweil ans Schaf.</p>

<figure class="inline-image inline-image--center">
  <button type="button" class="inline-image-trigger" data-lightbox-trigger="" data-src="/assets/images/augustes-erstes-weihnachten/07542e2b-8390-4d6e-89ff-65eef8ebeb79_1_201_a.jpg" data-caption="" aria-label="Bild vergrößern">
    <img src="/assets/images/augustes-erstes-weihnachten/07542e2b-8390-4d6e-89ff-65eef8ebeb79_1_201_a.jpg" alt="" loading="lazy" decoding="async" />
  </button></figure>

<p>„Sie sieht traurig aus“, sagt <a href="/2025/12/14/die-alte/">meine Frau</a> und mustert die Aufbauten. Das Teak ist grau, der Lack noch nicht poliert. Aber das Mahagoni glänzt wieder, zum ersten Mal seit vielen Jahren. Wir haben es ihm beigebracht, dem Holz: Das Glänzen. Viele, sehr viele Tage Arbeit stecken mittlerweile in diesem Boot. Unser gesamter Urlaub. Die meisten Wochenenden. Wir sind ein wenig ausgelaugt und überarbeitet.</p>

<p>„Nicht traurig“, sage ich. „Erwartungsvoll. Sie will endlich wieder ins Wasser.“ Wir wissen beide, dass <em>ich</em> es bin, der erwartungsvoll ist. Wie ein Kind am heiligen Abend warte ich auf die Bescherung.</p>

<p>Wir prosten der Auguste zu. „Auf dein erstes Weihnachten bei uns, in unserer Familie.“</p>

<p>Irgendwo in der Halle knackt es. Das Holz arbeitet. Oder es ist Auguste, die uns antwortet. Wir schweigen eine Weile. Der Glühwein wird kalt, die Spekulatius sind aufgegessen. Auguste liegt still da in ihrer Krippe aus Stahlrohr und Holzbalken, das Boot glänzt im romantischen Licht der LED-Baustrahler. Nicht Weihrauch und Myrrhe, die wir ihr bringen. Eher Epifanes, Pantera und gute Vorsätze. Und Gold, ja, das schon. Ein teurer Spaß, so eine alte Dame.</p>

<p>„Frohe Weihnachten, Auguste“, sagt meine Frau, „Frohe Weihnachten“, flüstere ich.</p>

<p>Das Holz knackt leise in der Stille der Halle.</p>

<p>Ich schwöre, sie hat geantwortet.</p>]]></content><author><name>Guido Steinacker</name><email>guido.steinacker@gmail.com</email></author><category term="Bordleben" /><summary type="html"><![CDATA[Heiligabend in der Bootshalle – Glühwein, Spekulatius und ein Boot, das im Licht der Baustrahler glänzt.]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://auguste-von-orust.de/assets/images/augustes-erstes-weihnachten/maximalfocus-sQ7TrhHRAdQ-unsplash.jpg" /><media:content medium="image" url="https://auguste-von-orust.de/assets/images/augustes-erstes-weihnachten/maximalfocus-sQ7TrhHRAdQ-unsplash.jpg" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry><entry><title type="html">Die Alte</title><link href="https://auguste-von-orust.de/2025/12/14/die-alte/" rel="alternate" type="text/html" title="Die Alte" /><published>2025-12-14T18:08:19+00:00</published><updated>2025-12-14T18:08:19+00:00</updated><id>https://auguste-von-orust.de/2025/12/14/die-alte</id><content type="html" xml:base="https://auguste-von-orust.de/2025/12/14/die-alte/"><![CDATA[<figure class="inline-image inline-image--center">
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<p>1985 habe ich zusammen mit meinem Vater den Sportbootführerschein gemacht. Angeblich haben wir beide voreinander geprahlt, dass wir uns gar nicht auf die Prüfung vorbereiten müssen, weil wir ja schon alles kennen und wissen – nur um dann Abends heimlich im Bett zu büffeln. Männer.</p>

<p>Nicht ganz so lange segelt die Beste Bootsfrau von Allen, meine Frau: aber fünfzehn Jahre sind es mittlerweile auch. Und zwar nicht „mitsegeln“, sondern bei allen Wettern auf dem Vorschiff oder an der Pinne bei Dreckswetter, auf Rennziegen ebenso wie auch Kaffeeseglern. Und auch wenn sie bisher nie den Ehrgeiz hatte, zu skippern – eigentlich kann sie das alles. Außer Anlegemanöver vielleicht, aber das ist auch meine Schuld.</p>

<p>Den SKS habe ich bisher nicht gemacht. Vielleicht war das ein Fehler… denn jetzt ist meine Frau dabei und hat sich auch schon für den Praxistörn angemeldet – und entwickelt Ehrgeiz.</p>

<p>„Weißt du eigentlich“, meinte sie neulich beim Frühstück in der Dinette, „dass ich bald besser ausgebildet bin als du?“ Sie grinst dabei so selbstgefällig, dass mir der Kaffee hochkommt. „Heißt das dann, ich bin dann demnächst auf der Auguste der Skipper?“</p>

<p>Aus unerfindlichen Gründen muss ich dabei an Urmel denken: den Fox meines Onkels. Jahrelang züchtete mein Onkel Rauhaardackel für die Jagd, bevor er sich auf Fox Terrier verlegte. Irgendwann war Urmel dann ausgewachsen und wollte das Rudel übernehmen. Hat sie dann auch getan. Das ging für Hexe, die bisherige Rudelführerin gar nicht gut aus.</p>

<p>Keine Ahnung, wie ich darauf komme. Nacheinander schießen mir Bilder durch den Kopf: Brutus, der seinen Vater meuchelt. Fletcher Christian und die Bounty. „Fletcher Christiane“ denke ich kurz – nur das meine Frau Judith heißt, das passt also nicht.</p>

<p>„Klar“, sage ich. „Kannst gerne den Skipper machen. Sobald du selbständig eine Tonne findest.“ Ihre Augen sind nicht die besten, das muss selbst sie zugeben. Der Hintergrund: Seit Jahren liegt unser Boot in Flensburg, und seit Jahren fahren wir also auch an der Schwiegermutter vorbei. Die Schwiegermutter – das ist eine allgemein bekannte Tonne, die wirklich jeder in der Region kennt. Muss man auch, denn direkt neben ihr wird es sehr flach. „Wer die Schwiegermutter schneidet, den lässt sie auflaufen“, heißt es, und jedes Jahr bewahrheitet sich das mehrere Male aufs Neue.</p>

<p>„Sind wir schon an der Schwiegermutter vorbei?“, fragt meine Frau mit schöner Regelmäßigkeit. Wir sind schon dutzende Male an dieser Tonne vorbeigefahren. Hundertmal. Ich seufze dann schwer und denke, dass ich doch mal die Karte zeigen sollte. Auf der Förde brauchen wir die tatsächlich nicht oft…</p>

<p>Wir kabbeln uns also. Irgendwann fällt das Wort vom ‚Kaleu‘, dem Kapitänleutnant aus „Das Boot“. Ihr wisst schon: Bester Film aller Zeiten. Der Alte. Den Rest des Abends ist sie nur noch „Die Alte“, worüber wir beide lachen können, während wir weiter sticheln. Ok, ich lache lauter darüber, als sie.</p>

<p>„Weißt du was“, sagt sie dann und lächelt mich an, „ich lass dich trotzdem Skipper sein. Fürs erste.“</p>

<p>„Fürs erste?“</p>

<p>„Solange du die Tonnen siehst. Und die Schwiegermutter. Bist ja auch nicht mehr der Jüngste.“</p>

<p>Tja, das hört man doch – äh – gern. Aber ich will nicht klagen, immerhin habe doch die Beste Bootsfrau von Allen.</p>

<p>Hauptsache, ich darf ab und zu ans Ruder.</p>]]></content><author><name>Guido Steinacker</name><email>guido.steinacker@gmail.com</email></author><category term="Bordleben" /><summary type="html"><![CDATA[Meine liebste Frau macht den SKS und mich wahnsinnig. Eine Geschichte von Meuterei & Größenwahn.]]></summary><media:thumbnail xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" url="https://auguste-von-orust.de/assets/images/die-alte/image.png" /><media:content medium="image" url="https://auguste-von-orust.de/assets/images/die-alte/image.png" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" /></entry></feed>