Die Auguste von Orust ist eine Vindö 50 SL(*), gebaut 1979 auf der Nötesunds Varv in Kungsviken auf der schwedischen Insel Orust. Eine Ketsch mit Langkiel, zehneinhalb Meter lang, sechseinhalb Tonnen schwer, mit einem GFK-Rumpf und Aufbauten aus Mahagoni und Teak. Ein Holzboot mit GFK-Rumpf. Ein Boot aus einer Zeit, in der Bootsbau noch ein Handwerk war, kein hochoptimierter Fertigungsprozess.
Meine Frau und ich segeln die Auguste auf der Ostsee, Heimathafen ist Flensburg. Seit 2025 arbeiten wir an einem umfangreichen Refit — von den Borddurchlässen über den Lack bis zur Elektrik. Nach acht Jahren in der Halle segelt sie ab Mai 2026 wieder durch die Flensburger Förde und die Dänische Südsee. Immer dabei ist unser Bordhund Jule, ein English Docker Spaniel.
Wer wissen will, was man auf einem solchen Boot erwarten darf, ist hier richtig. Wer wissen will, was wir alles gemacht haben, wie wir vorgegangen sind, und was auch alles schiefgehen kann, findet das unter Refit 2025/26.

Noch liegt sie in der Halle…
Mehr über die Auguste
Unter Deck Ein Rundgang durch das Innere der Auguste. Salon, Pantry, Vorschiff, Achterkajüte — und die Frage, ob cremeweiße Polster auf einem Segelboot mit Hund eine gute Idee sind.
Der Name Warum die Auguste von Orust so heißt, wie sie heißt und warum wir sie nicht umbenannt, sondern geadelt haben.
Es war einmal… Die Geschichte der Nötesunds Varv, ihres Gründers Carl Andersson und eines jungen Deutschen namens Christoph Rassy, der dort das Bootsbauhandwerk lernte — und später Hallberg-Rassy gründete.


Technische Daten
| Typ | Vindö 50 SL Ketsch |
| Werft | Nötesunds Varv AB, Orust |
| Konstrukteur | Carl Andersson |
| Baujahr | 1979 |
| Baunummer | 1450 |
| Segelnummer | [nachtragen] |
| Rumpf | Massives GFK-Handlaminat |
| Aufbauten | Sperrholz und formverleimte Furniere (Mahagoni) |
| Länge über alles | 10,65 m (35″) |
| Länge Wasserlinie | 8,45 m |
| Breite | 3,15 m |
| Tiefgang | 1,60 m |
| Verdrängung | 6.200 kg |
| Ballast | 2.400 kg (38%) |
| Rumpfgeschwindigkeit | 7 kn |
| Motor | Solé Mini 33, 30 PS |
| Motornummer | 29914 |
| Dieseltank | [nachtragen — 60 L?] |
| Wassertank | [nachtragen — 200 L?] |
| Welle | Radice, Wasser- und Fettschmierung |
| Instrumente | Raymarine i70 |
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(*) Genau genommen handelt es sich um eine SL „Mix“, die auf Kundenwunsch modifiziert wurde. Eine Abweichung ist die Pantry, die bei uns U-förmig angeordnet ist, während sie bei der reinen SL L-förmig ist.
4 Antworten zu „Das Boot“
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Moin Herr Steinacker, bin über das SF auf ihre HP aufmerksam geworden. Tolle Berichte, schön geschrieben, findet man so ganz selten!
Und nun das Vindö Projekt, was für ein dickes Brett. Ich kenne einige 50iger aus meiner Praxis als Gutachter, deshalb erlaube ich mir mal einen Tipp: Schwachstelle ist bei den Booten das Hauptschott bzw. das leider nicht durchgängig vorhandene Hauptschott im Bereich des Mastfußes. Hier hat die Werft -wohl um eine angenehmerer Durchgangshöhe ins Vorschiff zu bieten – auf eine Verbindung der beiden Schottthälften oben unter der Decke verzichtet. Folge ist leider, dass der Druck vom Mast und der Zug der Püttinge hier für Beweglichkeit sorgen, die man eigentlich nicht möchte (bei der 40iger übrigens ähnlich).
Wenn nicht schon geschehen würde ich hier eine Verstärkung im Sinne eines durchgehenden Decksbalkens o-ä. nachdenken.
Ansonsten frohes Schaffen und alles Gute !
Uwe Gräfer (im SF Moppelender) aus Hamburg
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In dem Bereich scheint mir noch alles original, also nicht nachträglich verstärkt zu sein, ich schaue mir das aber noch mal genauer an. Hast du irgendwelche Bilder oder Anleitungen, wie das am Ende aussehen würde und wir man dabei vorgeht?
Nebenbei scheinen Die Püttinge als solche auch etwas schwach zu sein.LikeLike
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Hallo Guido,
hab gerade mein Archiv durchforstet, aber von dem Bereich leider nichts
aussagekrärftiges gefunden. Nach meiner Einschätzung geht es darum, die
beiden Mastschotthälften unter Deck oben miteinander zu verbinden, damit
hier Kraftschluss gegeben ist. Ansonsten sorgt der Wantenzug dafür, dass
das Deck in diesem Bereich unter Stauchdruck kommt. Werftseitig ist da
glaube ich nichts, weil man wohl einen freien Durchgang ins Vorschiff
ohne Gefahr für den Kopf wollte 🙂 Dadurch sind aber die beiden
Mastschotthälften oftmals schon lose gearbeitet.Püttinge sind auch ein Thema, das stimmt. zumindest die Unterwanten sind
nur durchs Deck gesteckt und nicht an den Rumpf angebunden. Beim
Oberwant bin ich mir nicht mehr sicher, das ist glaube ich weiter außen
in Richtung Bordwand.BGUwe
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Mojn Herr Steinacker,
der Druck von oben muss ja irgendwo hin: wo soll denn der vorgeschlagene „Querbalken“ aufliegen?
Verlängere doch einfach die Maststütze (im WC) nach unten, indem Du sie mit einem epoxibrocken unterfütterst- meistens ist die nämlich weggerottet.
Mit ganz vielen Grüssen, Gerulf
V50 ketch
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