Anfang März war es endlich soweit: Es ging ans zusammenbauen des Bootes! Als erstes waren die Fenster dran – und in diesem Artikel findest du eine detaillierte Beschreibung, wie wir dabei vorgegangen sind.
Weil es aber das erste Mal war, dass wir Fenster eingeklebt haben, haben wir bestimmt einiges falsch gemacht: Hinterlasse also gerne einen Kommentar mit Verbesserungsvorschlägen!

Im Sommer 2025 wurden die Rahmen demontiert, bevor der alte Lack mit Heißluft + Kratzer entfernt wurde. So schön poliert wie auf dem Foto waren sie aber noch nicht: Ein Voreigner hatte sie mit einer metallfarbenen Tünche silberfarben gestrichen.
Wir rätseln noch immer, was den guten Mann dabei geritten hat.
Das hier war in etwa der Zustand der Auguste, als wir sie im Juni 2025 übernahmen… Wenn ich die Fotos heute sehe, finde ich uns ganz schön mutig, dass wir uns darauf eingelassen haben. Irgendwie haben wir über diese „Details“ hinwegsehen können und haben das Gute in der Auguste erkannt. Zum Glück war uns nicht klar, wieviel Stunden Arbeit wir uns mit diesem Projekt aufgehalst haben…



Ich will jetzt gar nicht schon wieder erwähnen, das unser Bastelkönig den Lack irgendwann einmal mit einer Flex entfernen wollte, weshalb das Mahagoni im vorderen Bereich noch immer leicht wellig ist – oder dass anstelle eines Klarlackes eine unschöne Mahagoni-braune Tünche verwendet wurde, die obendrein auch noch ungleichmäßig und fleckig aufgetragen wurde… Nein, ich will nicht klagen!
Der Herr war halt auch nicht mehr der Jüngste. Und wir haben uns ja darauf eingelassen. Selbst Schuld. Und wir würden es wieder tun.

Dieses Bild ist exemplarisch dafür, wie sehr an Bord gepfuscht wurde. Wirklich Ü B E R A L L haben wir Tape (nur hochwertiges Tape) gefunden. Innen, auf dem Holz sollte wahrscheinlich von außen eindringendes Wasser abgewehrt werden. Das Holz war allerdings 1A, keine Spuren von Nässe oder gar Rott. An anderen Stellen wurde das Tape noch zusätzlich durch größere Mengen Silikon(!) und Leak Hero(!!!) unterstützt. Einen halbvollen Topf dieser schmierigen Fettmasse haben wir noch irgendwo gefunden.
Wie wir den alten Lack entfernt und neuen aufgebaut haben, haben wir an anderer Stelle berichtet. Hier noch einmal die Stationen: vom schieren Holz über die gebeizte Oberfläche zum lackierten Ergebnis kurz vor Einbau der Fenster.
Bevor wir die Fenster wieder einbauen können, müssen wir – weil durch das Schleifen Holz abgetragen wurde – mit einer Fräse die Kante etwas vertieft werden. Nicht weiter schwierig, kostet nur etwas Überwindung, weil man dabei besser keinen Scheiß bauen sollte. Abrutschen oder mit dem Fräser abkippen kommt einfach nicht gut.
Wir haben das vor dem lackieren gemacht, damit wir die Fensterlaibung wieder mit Lack schützen können.




In unserem Fall sind die Rahmen D-förmige Edelstahl-Profile, deren Rückseite vollkommen plan ist. Dichten mit z.B. Kompriband hörte sich für uns daher nach keiner Option an. Wir entschieden uns nach einigem hin- und her für die klassiere Variante: Einkleben mit Pantera.
Zunächst setzen wir die Fenster ein, positionieren sie und fixieren die Scheiben mit zwei bis drei kleinen Nägelchen. Die bleiben später im Holz, müssen also so tief versenkt sein, dass die Rahmen plan auf dem Holz liegen können.
Ankleben, den Rahmen aufsetzen und fixieren, dann mit einem Cutter vorsichtig (der Lack!) das Tape rund um den Rahmen einschneiden. Rahmen wieder heruner, das Tape abpiddeln.





Scheibe und Rahmen fertig ausgerichtet vor das jeweilige Fenster legen. Wenn man erst mit dem Pantera zugange ist, möchte man nicht mehr herumprobieren, wie denn jetzt der Rahmen passt…

Alles ist abgeklebt und fertig zum einkleben. Vorher noch eine kleine Pause, denn der folgende Teil erfordert viel Papier, einen großen Mülleimer, eine Großpackung Einweghandschuhe, WD40 und sehr viel Geduld.
Ständig die Handschuhe wechseln. Damit vermeidet man, alles und jeden mit der Schmatze zu verzieren.
Das WD40 eine Hilfe sein könnte, hat uns übrigens Herr Bruhn verraten: Reichlich auf den Finger geben, dann kann man damit beispielsweise mit Sika oder Pantera eine schöne, glatte Hohlkehle ziehen. Oder eben Pantera von Scheibe und Lack entfernen.

Eingeklebt (und damit eingedichtet) werden Scheibe und Rahmen (bei uns) mit Pantera Marine Sealant 3000/60. Für die Kartusche sollte man sich eine vernünftige Presse gönnen. Die billigen Baumarkt-Dinger sind einfach zu weich. Lieber einmal ein paar Euro mehr ausgeben. Wie immer.
An der Dichtmasse darf man hier nicht sparen: sonst entstehen im besten Fall unschöne „Wellen“ aus Pantera auf der Innenseite, im schlimmsten Fall undichte Stellen. Nimmt man allerdings zu viel davon, hat man hinterher die Arbeit, den überschüssigen Kleber zu entfernen. Das kann man aber sowieso nicht vermeiden, von daher: NICHT AN DER SCHMATZE SPAREN!

Mit einem Sauggriff kann man die Scheibe gut positionieren – wenn der Griff klein genug ist bzw. die Scheibe groß genug. Bei den kleinen Fenstern musste es ohne gehen.
Beim Einsetzen sieht man schon, ob überall etwas Pantera hervorquillt. Wenn das nicht der Fall ist, muss man noch einmal die Scheibe entfernen, nachlegen – und wird dann mit einer herrlichen Sauerei belohnt, die man anschließend wieder entfernen muss. Also: NICHT AN DER SCHMATZE SPAREN!

Jetzt steht die Scheibe auf den Nägelchen und liegt in einem Bett aus Pantera. Eventuell haben wir an dieser Stelle einen Fehler gemacht, als wir direkt den Rahmen aufgeklebt haben – Zumindest haben wir gehört, dass man das jetzt erstmal aushärten lassen sollte. Im Herbst wissen wir mehr.
Wir haben jedenfalls reichlich(!) Pantera aufgetragen, um jetzt den Rahmen direkt einzukleben.

Reichlich. Nicht sparen: denn der Rahmen muss wirklich überall gut eingedichtet sein. Da die Aussenhaut unseres (alten, öfter mal geschliffenen, leider auch mal geflexten) Holzes nicht überall perfekt eben ist, müssen auch leichte Unebenheiten ausgeglichen werden: Nicht überall liegen die Rahmen vollkommen Plan auf dem Aufbau.
Also noch einmal: auf keinen Fall an der Schmatze sparen. Und anschließend mit z.B. einem Mundspatel schön gleichmäßig verstreichen.

Ungefähr so sieht dass dann aus. Letzte Kontrolle, ob überall genug Masse ist.

Jetzt kommt der Rahmen. Akkuschrauber, Schrauben – alles ist vorbereitet. Dass die Schrauben in den alten Löchern noch greifen, haben wir vorher geklärt. Falls nicht: mit Epoxy zuspachteln, schleifen, neue Löcher vorbohren. Oder größere Schrauben nehmen, wenn das geht.
Das Papier kann man ruhig etwas großzügiger auslegen – aber unser Deck ist sowieso noch fällig.
Und jetzt den Fensterrahmen verschrauben. Schrauben mit Handschuhen einsetzen ist nicht so leicht, daher geht es nach der ersten Schraube ohne weiter. Keine Sorge: schon wenige Tage später hat man wieder annähernd saubere Finger 🙂






Die überschüssige Schmatze mit einem Spachtel, Mundspatel oder ähnlichem abziehen und eine schöne Hohlkehle ziehen.
Das Abklebeband sollte man jetzt entfernen.
Die Chancen stehen dabei ungefähr fünfzig zu eins, dass man jetzt einen verschmierten Rahmen und ein paar Flecken auf Lack und Scheibe hat. Wenn Du das besser hinbekommst, wäre ich für Tips dankbar!

Je nachdem, wie gut man die nötige Menge Pantera abgeschätzt hat, kann das jetzt in eine längere, schmierige Sauerei ausarten, bis alles wieder sauber ist. Das ist aber immer noch besser – viel besser – als die Alternative: zu wenig Pantera und ein leckendes Fenster nach all der Arbeit.
Auf der Innenseite haben wir es übrigens anders gehandhabt: Dort haben wir den Kleber aushärten lassen und sind dann mit einem Cutter einmal um den Rahmen herum. Hört sich gut an, klappte aber nur so halbwegs, denn Pantera ist wirklich zäh und hartnäckig. Mit einem Ceranfeld-Reiniger und einiger Geduld hat meine Frau es aber ziemlich gut hinbekommen. Ich könnte sowas nicht, ich werde dabei wahnsinnig.
Warum haben wir das nicht auch außen so gemacht? Weil man dann mit dem Cutter in den Lack geschnitten hätte. Das klang für uns nach keiner guten Idee. Ist aber gut möglich, dass man zumindest auf der Innenseite des Rahmens besser damit fährt.

„Und schon…“
Das Boot sieht gleich ganz anders aus und ein Meilenstein ist erreicht.
An dieser Stelle möchte ich noch einmal die Beste Bordfrau von Allen erwähnen, die bei dieser schmierigen Angelegenheit die Ruhe bewahrt hat. Und die nun mal die bessere Handwerkerin ist, der Wahrheit ist’s geschuldet. Insgesamt zwölf Fenster hat sie ganz alleine eingeklebt, während ich mir andere Aufgaben weitab von diesem fummeligen Mist gesucht habe. Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Und das eine Salonfenster, was jetzt offensichtlich schief sitzt, war bestimmt auch schon vorher schief – denn wir haben ja die selben Bohrlöcher verwendet.
Vielleicht korrigieren wir das irgendwann. „Wir“.




