Hjortø Havn

Blau-weiße Inselfähre Hjortøboen in Fahrt, dänische Flagge am Mast
Die Hjortøboen im Liniendienst — die Lebensader der Insel

Hjortø ist so ein Hafen, den ich jahrelang vor mir hergeschoben habe — genau wie Birkholm. Eine der kleinsten bewohnten Inseln Dänemarks, keine zehn Menschen leben hier ständig, kein Auto, kein Laden, nur Wiesen, eine alte schwarze Entwässerungsmühle und ein winziger Hafen im flachen Ostteil des Øhavs zwischen Drejø und Tåsinge. Genau die Art von Ziel, für die ich das ganze Revier so liebe.

Diesmal habe ich es leider zu lange vor mir hergeschoben. Denn mit der Auguste komme ich hier nicht mehr rein: Die betonnte Zufahrt von Nordwesten ist nur auf etwa 1,40 m ausgebaggert — und versandet obendrein gerne. Die Auguste mit ihren 1,60 m geht also zu tief. Mit der Lille Svea und ihren 1,10 m wäre das nie ein Thema gewesen; bei Tau segelte man mit ihr sogar über eine Feuchtwiese. Fast. So bleibt Hjortø fürs Erste ein Ziel auf der Liste, das ich nur vom Wasser aus grüßen kann.

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Wer flacher unterwegs ist, findet hier den Inbegriff von Ruhe: eine Handvoll Liegeplätze längsseits und an Heckpfählen, ein Sanitärgebäude, Strom am Steg — und sonst nichts als Natur. Angesteuert wird bei Tag aus dem Højestene Løb nach Südosten; der Wasserstand fällt bei kräftigem Südwest zusätzlich, was die ohnehin knappe Tiefe weiter drückt.

Die Verbindung zur Welt ist die kleine Fähre Hjortøboen — Baujahr 1976, Platz für zwölf Passagiere und ein Auto —, die im Liniendienst nach Svendborg pendelt (Titelbild). Für die Handvoll Inselbewohner ist sie die Lebensader, für Besucher der charmanteste Weg auf die Insel. Vielleicht fahre ich eines Tages einfach als Passagier mit und schaue mir den Hafen an, den die Auguste nicht erreichen kann.