Bevor wir unseren Decksaufbau neu lackiert haben, mussten wir erst einmal die Fugen zwischen Mahagoni und dem Teak entfernen. Warum? Weil man ansonsten bis an die (alte) Fuge heran oder darüber lackieren müsste – auf eine flexible Fugenmasse, so dass der harte Lack an der Kante irgendwann brechen müsste und anschließend Wasser unter den Lack ziehen könnte. Abplatzungen, Gammel im Holz wären dann die Folge.
Theoretisch. Ausprobieren wollten wir das nicht. Nach der mordmäßigen Arbeit mit dem alten Lack und der neuen Lackierung wollten wir das Ergebnis nicht von zwei Tagen Aufwand extra gefährden lassen.
Wir haben das alte Holz abgezogen, die Fugen entfernt, alles neu lackiert und in diesem kurzen Artikel geht es darum, wie wir die Fugen wieder neu gezogen haben.
Man könnte meinen, dass jeder, der ein Teakdeck hat, weiß wie das geht: Fugenband, bei Bedarf Primern, Fugenmasse einpressen, abschleifen. Der kleine Unterschied ist eigentlich nur, dass wir zwischen frisch lackiertem Mahagoni und Teak nicht schleifen können…
Es gibt natürlich unterschiedliche Fugenmassen, die hier zum Einsatz kommen könnten. Wir haben hier keine Experimente gemacht, sondern dass genommen, was auch vorher zum Einsatz kam: Sika 290 DC, mit dem dazugehörigen Primer, damit die Fugenmasse besser am Teakholz haftet.
Zuvor haben wir die Fugen – insbesondere das Teakholz – nach Anleitung gründlich mit Aceton gereinigt bzw. entfettet.Eine Alternative zu Sika wäre zum Beispiel SIS 440 Teak Deck Caulking. Ein Freund hat damit gute Erfahrungen gemacht und mindestens die wirklich kompetenten Leute bei Toplicht empfehlen es. Nicht zuletzt, weil man sich die einigermaßen teuren Primer spart.
Ich bin da nicht religiös. Bei soundso vielen Jahren Lebensdauer für jede neue Naht spielt der Preis der Fugenmasse denke ich keine große Rolle.
Und weil wir gerade beim Tips geben sind: Die Hersteller und die besseren Händler bieten zu den Produkten „Technische Datenblätter“ bzw. „Produktdatenblätter“ an. Genau wie bei Lacken etc. pp.: Die Datenblätter sind absolut relevant und erklären detailliert, wie man die Produkte bei verschiedenen Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten und sonstigen Bedingungen anwenden kann. Unbedingt lesen!

Anders als auf dem Deck, können wir die Fuge hier nicht in Form schleifen. Wir kleben also ab. Mit einem dünnen Metall-Lineal findet man eine schöne, strakende Linie um das obere Abklebeband auf einen definierten Abstand zum Deck zu bekommen.
Vorsichtig: Mit etwas Abstand (oder einer zu guten Kamera, siehe unten) sieht man praktisch jeden Millimeter Abweichung. Es lohnt sich wirklich, hier sehr penibel zu sein. Ich würde solche Abklebearbeiten daher nie selber durchführen – meine Frau ist mir auch hier sowas von überlegen…

Das hineinpressen mit einer guten(!) Kartuschenpresse ist einfach machbar. Ohne Foto: mit einem Mundspatel lässt sich die Fugenmasse gleichzeitig in die Fuge pressen und schön rund abziehen. Dabei immer wieder überschüssige Masse abstreifen!
Mit der Fugenmasse sollte man an verdeckter Stelle anfangen. Es braucht ein wenig, bis man die richtige Menge gleichmässig aufgetragen bekommt. Aber keine Sorge: Im Zweifelsfall lieber ein zweites mal ansetzen, etwas nachpressen und neu abziehen. Es dauert, bis die Masse hart wird und sich eine Haut bildet…

Auf der oberen Seite ist alles ein wenig einfacher. Mit etwas Druck und einem geeigneten Spachtel geht es wunderbar.
Die Masse muss bzw. soll übrigens gar nicht bis auf den Grund der Fuge durchgedrückt werden!
Das Abklebeband kann man ohne weiteres auch doppelt aufbringen. Insbesondere Sika hat (minimalen) Schwund, und die ‚perfekte Fuge‘ ist flach, nicht hohl. Wir wollen keinen Wassersammler.





Die Bilder hier sind das Ergebnis unseres ersten(!) Versuches. Profis machen das besser – und auf neuem Holz sieht es auch noch perfekter aus. Allerdings sind wir auch so schon ziemlich glücklich mit dem Ergebnis 🙂
Der Sommer wird zeigen, ob wir hier gut gearbeitet haben. Sammelt sich irgendwo Wasser? Steht das Wasser an einer Stelle? Braucht die Feuchtigkeit an einer Stelle deutlich länger zum abtrocknen, als an anderen Stellen? Dann müssen wir noch einmal nachbessern. Wir werden ganz sicher davon berichten…




