Alte Borddurchlässe verschließen

Wenn man ein altes Boot überholt, findet man gelegentlich Dinge, über die man sich doch ein wenig wundert. Eine solche Stelle war die alte Logge, die an Steuerbord eingelassen war.

Was wir schon bei der Übergabe gesehen haben: Einer der Durchlässe an Bord war zugespachtelt. Merkwürdig. Das müsste doch die Logge sein? Wie geht denn das? Von innen steckte sie nämlich noch. Eigentlich waren wir gerade mit einer anderen Baustelle beschäftigt, die Seeventile wollten wir irgendwann später angehen – erstmal den Lack, solange es noch warm genug zum lackieren ist.

Als wir die Logge dann herauszogen, wurde schnell klar, was passiert ist: Das Laufrad der Logge ist – vielleicht beim Kranen? – abgebrochen. Statt Rädchen oder Loggeber zu ersetzen, wurde dann mit irgendeinem Spachtel die Öffnung unten verschlossen. Wobei „verschlossen“ das falsche Wort ist…

…so richtig dicht war das nämlich nicht. Und mit nur etwas piddeln ließ sich der Proppen auch vollständig entfernen. Gut, dass die Logge noch steckte…

Nun gut. Wir hatten auch noch eine zweite Baustelle: In der Party gab es noch einen Durchlass, den wir ebenfalls verschließen wollten – und wenn man schon mal dabei ist…

Axel hatte uns zuvor bereits mit einer Flex die alten Borddurchlässe entfernt: von außen geht das relativ einfach. Wie wir die anderen Borddurchlässe dann samt Seeventilen erneuert haben, ist hier dokumentiert: Borddurchlässe & Seeventile tauschen.

Zum Verschließen der überflüssigen Öffnungen hat sich die Beste Bordfrau von Allen die Flex mit einer 80er Fächerscheibe genommen (Mit einem Exzenter wird es „ein wenig“ länger dauern), und großzügig kegelförmig angeschäftet.

Großzügig heißt hier: Im Verhältnis von 1:12 zur Rumpfstärke. Bei uns sind das etwa 18mm, woraus sich knapp 22cm Schäftung ergeben.

Besser wäre ein Einmal-Anzug. Die Glasfaser bekommt man kaum noch aus den Klamotten raus. Auch ein besserer Atemschutz wäre mehr als empfehlenswert….

Verschlossen wird das Ganze dann mit einigen passend zugeschnittenen Glasfasergelegen. Für den Zuschnitt haben wir uns eine spezielle, für Glasfaser geeignete Schere ausgeliehen. Mit einer handelsüblichen Schere geht es auch irgendwie – aber die kann man hinterher wegwerfen.

Zum laminieren haben wir uns ein Brett mit Plastikfolie überzogen. Darauf haftet das Epoxy nicht. Plastik ist überhaupt das Schlüsselwort: Beim Laminieren stellt man sich am besten direkt eine Packung Einmalhandschuhe parat und wechselt die Handschuhe ständig, um nicht alles, was man anfasst einzusauen.

Wir haben ein mittelschweres Bidiagonalgelege verwendet, etwa 280g/qm. Die Anzahl der benötigten Lagen ergibt sich aus dem Datenblatt und dürfte bei etwa drei Lagen pro Millimeter liegen. Hier sollte man nicht sparen… Alles was man zu wenig hat, muss man hinterher spachteln – alles was zuviel ist, wird weggeschliffen.

Auch zum aufbringen des Paketes sind Brett und Spachtel hilfreich. Das Epoxy ist zäh genug, dass der ganze Gammel anschließend nicht nach unten läuft. Abreißgewebe drauf und aushärten lassen…

Am nächsten Tag sah das Ergebnis dann so aus:

Einmal glatt schleifen, und dann mit Epoxy-Spachtel in Erdnussbutter-Konsistenz (also etwas zäher als im Bild) verspachteln. Dann wieder Abreißgewebe, schleifen und bei Bedarf erneut spachteln. Wir waren danach erstmal zufrieden.

Um anschließend Antifouling aufbringen zu können, haben wir noch drei Schichten Epoxy mit „Barrier Coat“ aufgetragen. Das ist vermutlich etwas übertrieben, weil darunter ja Epoxy war und kein Gelcoat – aber wir hatten es halt da…

Alles wieder glattgeschliffen – und Ostern bekommt die Auguste dann zwei frische Lagen Antifouling.